Immer langsam, Securvita!

Irgendwas stimmt nicht…

Die Securvita, eine „alternativen“ Methoden eher zugeneigte GKV-Kasse, echauffiert sich in einer Veröffentlichung [1] namens „Karriere einer Falschmeldung: Wie eine fehlerhaft interpretierte Studie der Charitè von Gegnern der Homöopathie in Politik und Medien missbraucht wird“ über – ja über was eigentlich? Darüber, dass „Homöopathie-Gegner hier – aus Absicht oder Unkenntnis – offensichtlich ein Problem mit der wissenschaftlich sauberen Faktenlage [haben].“ Was Wunder, dass dies von einschlägigen homöopathischen Verbänden, voran die Stiftung Natur und Medizin, u.a. in den Sozialen Medien aufgegriffen wird. „Immer langsam, Securvita!“ weiterlesen

Die Impfaufklärung in Zeiten der Impfpflicht

Das „Informationsnetzwerk Impfen“ hat auf der Seite „eingeimpft.de“ (betrieben von der GWUP und vom Deutschen Konsumentenbund) vor kurzem den INIBlog eingerichtet, der sich gezielt der Aufklärung über Impfmythen widmen will, also der Klarstellung von Fehlinformationen welcher Art und von welcher Seite auch immer. Dem neuen Blog ist Erfolg zu wünschen. Ab sofort ist der Direktlink auf der Blogroll dieser Seite zu finden.

Beinahe zeitgleich dazu fand in Berlin eine Demonstration statt, die – ausgelöst vom politischen Beschluss pro Impfpflicht – als für eine von Zwang freie Impfentscheidung vor allem von Eltern angekündigt war. Es ging durch die Medien, dass diese Veranstaltung letztlich von politischen Aktivisten und Demagogen aus der Verschwörungsszene nahezu gekapert wurde, denen der auch gegen staatliche Autorität (Impfpflicht!) gerichtete Impetus der Impfkritik kompatibel zu ihren politischen und sonstigen Vorstellungen schien.

Diese beiden Ereignisse haben mich zu einer kleinen Reflexion veranlasst, auch, weil das Impfen von Anfang an ein wichtiges Thema auf diesem Blog war und es auch bleiben wird. „Die Impfaufklärung in Zeiten der Impfpflicht“ weiterlesen

Der Gesetzgeber und die Anklagebank in Krefeld

I.

Das Urteil im Krefelder Landgerichtsprozess gegen den Heilpraktiker Klaus R. aus Brüggen-Bracht ist gesprochen. Das Gericht befand ihn der fahrlässigen Tötung schuldig und verhängte eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Dies ist nach der Beweiswürdigung und unter den Regeln der Strafzumessung korrekt und entspricht bei Ersttätern einer solchen Straftat (wie beispielsweise auch für Verursacher schuldhafter Autounfälle mit Todesfolgen) gefestigter Rechtsprechung. Insofern habe ich keine Kritik am Schuldspruch und an der Strafzumessung zu üben.

Der Prozessführung durch das Gericht ist, soweit man sie der Berichterstattung entnehmen kann, Anerkennung auszusprechen (ich stütze mich hier auf Claudia Rubys exzellente Berichte auf MedWatch). Das Gericht war sich offensichtlich der Implikationen des Falles, die über die reine individuelle Tatfeststellung und Strafzumessung hinausgehen, durchaus bewusst. „Der Gesetzgeber und die Anklagebank in Krefeld“ weiterlesen

Ein Einzelfall! – Ein Einzelfall?

Mal wieder hat ein Presseorgan der Heilpraktikerszene Gelegenheit zur Selbstdarstellung in einem redaktionellen Beitrag gegeben. Zugegeben, als „ausgewogene“ Replik zu einer kürzlich am gleich Ort erschienenen Kritik. Gleichwohl.

Ein Verbandsvertreter kam zu Wort, mit der Attitüde der „besseren Medizin“ und des guten (besseren?), empathischen Heilkünstlers, selbstverständlich. Dementsprechend auch mit den üblichen Whataboutisms und den Vorwürfen gegen die Ärzteschaft, es gehe ihr bei der Kritik an den HP nur um die Sicherung eigener Pfründe, ja, es sei eine „Hexenjagd“ zu konstatieren. Nun, dazu braucht man nichts mehr zu sagen, die Würdigung dieser immer wiederkehrenden, „sachbezogenen“ Sprechblasen findet sich z.B. hier, hier und hier.

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Heilpraktikerdebatte: Eine kleine Hilfestellung

Noch einmal Heilpraktikerdebatte. Ich komme auf des Pudels Kern zurück: Auf die Existenz einer „zweiten Medizin“, deren Vorhandensein weder materiell-inhaltlich noch rein logisch mit der Tatsache vereinbar ist, dass ansonsten die Ausübung der Heilkunde an ein Hochschulstudium und umfangreiche Nachweise von medizinischem Wissen und ebensolcher Erfahrung gebunden ist.

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Heilpraktikerdebatte: Ein neuer Anfang?

Nachdem – wie erwartet – jedenfalls bislang die „Reformbemühungen“ zum Heilpraktikerwesen in etwa die Wirkung einer homöopathischen Behandlung hatten (letzte kritische Stellungnahmen auf diesem Blog hier und hier), scheint nun doch auf der politischen Ebene Einiges in Gang zu kommen. Und zwar Grundsätzlicheres.

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Dissonanzen

Ende September kündigte das Bundesgesundheitsministerium an, dass es die sogenannten Wahltarife in der GKV für Homöopathie und teils andere „komplementäre Medizin“ abzuschaffen gedenke. Ob man dies als winzigen Schritt zur überfälligen Verbannung der Homöopathie aus der GKV werten kann, mag offenbleiben – es ist so oder so eine Marginalie. Betroffen sind keine 600 Versicherten bundesweit. Es geht dabei um Tarife aus grauer Vorzeit, als noch eine „Zusatzversicherung“ neben dem GKV-Regeltarif für solche Dinge möglich war. Mit dem 3. GKV-Versorgungsstrukturgesetz wurde das ab dem 1.1.2012 (weitestgehend) überflüssig, denn ab diesem Zeitpunkt war der Weg für die Kassen frei, per Satzungsleistung generell die Erstattung von Homöopathie anzubieten. Was bekanntlich auf breiter Front geschah. Dass nun die Wahltarife den Weg alles Irdischen gehen sollen, kann man eigentlich als ordentliche Routinearbeit des BMG verbuchen.

Selbst bei Homöopathiekritikern geriet diese kleine Episode eher in Vergessenheit – bis nun so etwas wie ein böses Erwachen folgte.

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Homöopathie international: Die Reviews / die Statements / die Maßnahmen

Teil I:         Übersicht über die veröffentlichen Reviews / Metaanalysen zur Homöopathie (seit 1991)

Teil II:        Stellungnahmen von wissenschaftlichen Organisationen und staatlichen Stellen zur Homöopathie

Teil III:       Gesundheitspolitische / staatliche Maßnahmen zur Homöopathie im Gesundheitswesen (seit 2016)

Stand: 19. März 2019

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