Ein Einzelfall! – Ein Einzelfall?

Mal wieder hat ein Presseorgan der Heilpraktikerszene Gelegenheit zur Selbstdarstellung in einem redaktionellen Beitrag gegeben. Zugegeben, als „ausgewogene“ Replik zu einer kürzlich am gleich Ort erschienenen Kritik. Gleichwohl.

Ein Verbandsvertreter kam zu Wort, mit der Attitüde der „besseren Medizin“ und des guten (besseren?), empathischen Heilkünstlers, selbstverständlich. Dementsprechend auch mit den üblichen Whataboutisms und den Vorwürfen gegen die Ärzteschaft, es gehe ihr bei der Kritik an den HP nur um die Sicherung eigener Pfründe, ja, es sei eine „Hexenjagd“ zu konstatieren. Nun, dazu braucht man nichts mehr zu sagen, die Würdigung dieser immer wiederkehrenden, „sachbezogenen“ Sprechblasen findet sich z.B. hier, hier und hier.

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Heilpraktikerdebatte: Eine kleine Hilfestellung

Noch einmal Heilpraktikerdebatte. Ich komme auf des Pudels Kern zurück: Auf die Existenz einer „zweiten Medizin“, deren Vorhandensein weder materiell-inhaltlich noch rein logisch mit der Tatsache vereinbar ist, dass ansonsten die Ausübung der Heilkunde an ein Hochschulstudium und umfangreiche Nachweise von medizinischem Wissen und ebensolcher Erfahrung gebunden ist.

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Heilpraktikerdebatte: Ein neuer Anfang?

Nachdem – wie erwartet – jedenfalls bislang die „Reformbemühungen“ zum Heilpraktikerwesen in etwa die Wirkung einer homöopathischen Behandlung hatten (letzte kritische Stellungnahmen auf diesem Blog hier und hier), scheint nun doch auf der politischen Ebene Einiges in Gang zu kommen. Und zwar Grundsätzlicheres.

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Neue Richtlinien für die Heilpraktikerprüfung: Spiegelfechterei!

Das Bundesministerium für Gesundheit hat im Bundesanzeiger vom 22.12.2017 die neuen „Leitlinien zur Überprüfung von Heilpraktikeranwärterinnen und -anwärtern“ vom 7. Dezember 2017 bekannt gegeben. Die Leitlinien treten am 22. März 2018 in Kraft.

Naja. Damit ist der Auftrag, der im Zusammenhang mit der Miniänderung durch das 3. Pflegestärkungsgesetz ergangen ist, der Form nach erfüllt. Und jetzt? Ist so ziemlich das eingetreten, was an dieser Stelle dazu prognostiziert worden ist. „Neue Richtlinien für die Heilpraktikerprüfung: Spiegelfechterei!“ weiterlesen

Geht’s noch? Mal wieder Katastrophen der Woche

DCF 1.0
Oh Mann…

Ehrlich gesagt, ich weiß kaum, wo ich anfangen soll bei all dem irrealen Zeug, das derzeit so auf einen einprasselt. Deshalb heute mal wieder ein Überblick mit den Linkhits des Tages – zum Lesen und Staunen.

Krankenkassen zur Homöopathie

Man könnte glauben, die Krankenkassen würden anfangen, sich bezüglich ungehemmter Werbung für und Falschinformationen zur Homöopathie absprechen. Um nicht gleich wieder eine ganze Handvoll von Links anzubieten, hier ein Beitrag des geschätzten Joseph Kuhn bei den scienceblogs, der sich mit den aktuellen Unfassbarkeiten bei der DAK beschäftigt. Weiter unten dort mein Kommentar, der das Thema noch ein wenig weiter ausdehnt.

Homöopathie im Kuhstall

Der BR leistet sich mal wieder einen redaktionellen Beitrag, der sich ausgerechnet des unsäglichen Themas der Tierhomöopathie im Nutztierbereich annimmt. Dazu habe ich mich ja früher schon klar positioniert. Bitte festhalten beim Lesen, die Kommentare darunter machen allerdings auch wieder ein wenig Mut.

Impfen ist pöhse und gefehrlich

Wer den Knaller hier noch nicht kennt, der kann mal zur Kenntnis nehmen, dass es die Toggenburger Zeitung gibt. Perlen des Lokaljournalismus.

Alles, was dazu zu sagen ist, hat der immer wieder beliebte Prof. Beda Stadler in diesem Interview kurz und knapp zusammengefasst.

Alternative Notfallmedizin: Wie man einen Herzinfarktpatienten noch vor Eintreffen des Rettungsdienstes umbringt

Ja. Vielleicht der Knaller des Tages überhaupt. Ich stieß auf diesen wahnwitzigen Beitrag auf der bekannt schrägen Seite „Bewusst vegan froh“ und kommentierte bei FB dazu:

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Ich hätte das „sorry“ mal weglassen sollen. Warum, ratet mal, habe ich wohl hier statt eines Links ein Bild gepostet? Richtig. Weil sowohl mein Kommentar (nicht nur meiner) gelöscht ist als auch ich auf der Seite gesperrt wurde. Nicht nur ich. Alle anderen kritischen Kommentare sind auch verschwunden.

Wenn jemand Lust hat… Bei FB einfach nach „Bewusst vegan froh“ suchen. Übrigens bin ich gespannt, die Seite wurde wegen Verbreitens von (gemeingefährlichen) Falschaussagen gemeldet.

Noch einer?

Heilpraktiker in Brüggen-Bracht (wir erinnern uns – Todesfälle)

Die Staatsanwaltschaft und die Polizei stehen auf dem Schlauch bei den Ermittlungen. Und warum? Ganz einfach. Weil sie merken, dass sie einer Situation gegenüber stehen, die nach dem Motto „erlaubt ist, was nicht verboten ist“ beurteilt werden muss.
Jeder approbierte Mediziner wäre längst aus dem Verkehr gezogen und stünde vermutlich vor Gericht, wenn er -wie der HP hier- eigenmächtig ein Mittel verwendet hätte, das nicht nur nicht zugelassen ist, sondern noch nicht einmal die B-Phase der Testung durchlaufen hat. Die Kausalität zum Tod der PatientInnen wäre da erstmal nachrangig.

Und die Politik kapiert es einfach nicht. Es geht nicht in die Köpfe. Man kann es immer wieder erklären, man kann im Einzelfall mal aufgerissene Augen und ungläubiges Staunen über die Fakten zum Heilpraktikerwesen sehen – aber politisch bewegt sich gar nichts und der Stand dieses Blogbeitrages ist so aktuell wie je zuvor.

Und aktuell:

Kennedys und de Niros 100.000-Dollar-Schwachsinn

Das Forbes-Magazin benennt Kennedy schon Anwärter für die Auslobung. Mit den Erfahrungen von Dr. David Bardens im Lanka-Fall bin ich persönlich eher der Meinung, mal sollte ihnen erklären, warum ihre Auslobung bescheuert ist und es dabei belassen. Die warten doch -genau wie Lanka- nur auf die Möglichkeit, ein Feuerwerk zu entfachen, sofern jemand auf sie ernsthaft eingeht. Deshalb habe ich dort kommentiert:

„Kennedy and de Niro will have their own definition of „safe“. I guess, they would not accept medical statistics.

Otherwise, a look at Cochrane reviews would suffice, for example:
Cochrane (http://www.cochrane.org/…/ARI_using-combined-vaccine…) writes:
„Results from two very large case series studies involving about 1,500,000 children who were given the MMR vaccine containing Urabe or Leningrad-Zagreb strains show this vaccine to be associated with aseptic meningitis; whereas administration of the vaccine containing Moraten, Jeryl Lynn, Wistar RA, RIT 4385 strains is associated with febrile convulsion in children aged below five years (one person-time cohort study, 537,171 participants; two self controlled case series studies, 1001 participants). The MMR vaccine could also be associated with idiopathic thrombocytopaenic purpura (two case-controls, 2450 participants, one self controlled case series, 63 participants).
We could assess no significant association between MMR immunisation and the following conditions: autism, asthma, leukaemia, hay fever, type 1 diabetes, gait disturbance, Crohn’s disease, demyelinating diseases, or bacterial or viral infections.“ …

Best to handle Kennedys and de Niros offer: Don’t feed the troll.“

Kennedy und die evidenzbasierte Forschung

Für Kennedy zählt nicht zur Wissenschaft, was das CDC (Center for Disease Control and Prevention) und das NIH (National Institutes of Health) sagen, sondern nur, was auf PubMed steht. Auch nicht, was der Doktor sagt. Aha.

Nun, erstens steht auf PubMed nicht alles, was es so gibt, denn PubMed ist schlicht nicht die einzige Forschungsdatenbank. Zweitens dient PubMed der Veröffentlichung wissenschaftlicher Ergebnisse, die dann zur Falsifizierung und ggf. für Metastudien oder zusammenfassende Reviews zur Verfügung stehen und ihre Evidenz erst einmal genau dadurch beweisen müssen. Da gerät auch Zweifelhaftes dazwischen. Es gibt so einige Schrottstudien auf PubMed, die mit Verachtung gestraft werden (mir fällt da gerade so eine Homöopathen-Studie über Nanopartikel in Hochpotenzen ein, die deshalb drin sind, weil sie sich bei den Potenzierungen alle an der Oberfläche sammeln und sich aneinander festhalten).

Merke: PubMed ist nicht das gesammelte und gesicherte medizinische Wissen der Welt, was Mr Kennedy fest zu glauben scheint.

Und was Mr Kennedy völlig übersieht: Bei PubMed erscheinen die CDC 55.000 mal und das NIH 115.000 mal. Wie sollte es auch anders sein. Beide Institutionen veröffentlichen jede Menge ihrer Studien und Reviews auf PubMed.

Tja, Mr Kennedy. Von einem amerikanischen Staranwalt hätte ich nun doch nicht erwartet, dass er sich eine derartige Blöße gibt. Und von der Cochrane Collaboration hat er noch nie was gehört, nehme ich an.

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Jetzt lassen wir es mal gut sein für heute. Es liegt noch genug an.

Bildnachweise:

1 – Eigenes Bild

2 – Facebook: Bewusst-vegan-froh

3 – Facebook: Refutation to Anti-Vaccine Memes

Das Robert-Koch-Institut zu den aktuellen Impfratenerhebungen: Ein Trauerspiel

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Zeit, zu impfen. Zeit, etwas zu tun.

Dauerthema Impfen

Beim Impfthema, das man nicht oft genug an die Fahne heften kann, sieht es nicht gut aus. Eher schlecht. Und zwar nicht nur deshalb, weil in den Vereinigten Staaten Mr. President elect Donald Trump alles tut, um der Impfgegnerfraktion die Lufthoheit zu verschaffen, zum Beispiel mit der Berufung des Impfgegners Robert Kennedy jr. an die Spitze dessen, was in den USA so etwa der Ständigen Impfkommission entspricht. Nein, auch hier bei uns ist keine Entwarnung zu vermelden. Nicht so spektakulär, aber mindestens genauso besorgniserregend.

Am 5. Januar hat das Robert-Koch-Institut (RKI) sein neuestes „Epidemiologisches Bulletin“ veröffentlicht. Und darin findet sich Bemerkenswertes.

Das RKI stellt schon seit 2001 die Durchimpfungsraten für die wichtigsten Impfungen zusammen. Ein Problem ist natürlich immer die Datenbasis. Bis 2016 stützte man sich auf die Einschulungserhebungen, was natürlich nur eine Momentaufnahme war (also z.B. spätere Impfungen nicht erfasste und ebensowenig erst mit massiver zeitlicher Verzögerung Impfungen, die für Säuglinge neu empfohlen wurden). Seit 2016 steht dem RKI mit der sogenannten KV-Impfsurveillance nun auch ein ergänzendes Instrument zur Verfügung, um die Datenbasis zu verbessern. Dazu wurde mit den Kassenärztlichen Vereinigungen ein System entwickelt und nun auch angewendet, das auf einem Monitoring der kassenärztlichen Abrechnungsdaten beruht. Damit wurde beispielsweise erstmals möglich, eine absolute Zahl nicht bzw. unvollständig gegen Masern geimpfter Kinder hochzurechnen.

Sehr schön.

Und wie sieht nun das aktuell veröffentlichte Ergebnis aus?

Die erste Masernimpfung wird zuerst für Kinder von 11 bis 14 Monaten empfohlen, die zweite ab dem 15. bis zum 23. Monat. Damit ist die Zahl der Kinder interessant, die älter sind als 23 Monate und ohne Impfschutz sind. Davon wurden -bundesweit-  150.000 (!) Kinder des Jahrgangs 2013 nicht vollständig und weitere 28.000 (!!) Kinder gar nicht gegen Masern geimpft.

Viel gehört wird das Argument, das liege vor allem an der schlechter werdenden ärztlichen Versorgung in ländlichen Gebieten. Das scheint nach den Angaben des RKI nicht haltbar zu sein, denn ganz offenbar liegen die Problemgebiete in den Ballungsräumen. Berlin hält unter den großen Städten den traurigen Negativrekord mit rd. 7.300 nicht oder nicht vollständig geimpften Kindern dieses Jahrgangs.

Bei der zweiten Masernimpfung liegt die Durchimpfung bei 73,7 Prozent beim Geburtsjahrgang 2013. Gegenüber den noch für den Jahrgang 2004 erhobenen Daten eine Steigerung – hier betrug der Wert noch 59,1 Prozent (allerdings noch auf der alten Datenbasis ohne Nutzung der KV-Surveillance). Nützt aber wenig, denn, siehe Kommentar des RKI-Präsidenten dazu:  „Schlimm, dass Deutschland inzwischen in Europa das Schlusslicht der Masernelimination darstellt“. Ich halte das für eine mittlere Katastrophe, an der Obergrenze des Mittels.

Die Daten für Grippeimpfungen bei Senioren haben mich (obwohl Berufspessimist) doch sehr überrascht. Die Zahlen sind seit 2009 drastisch rückläufig und zeigen aktuell nur eine Durchimpfungsrate bei dieser Patientengruppe von gerade mal 35,3 Prozent… Und das bei all den Kampagnen pro Grippeschutzimpfung, zumal bei einer der Gefährdetenzielgruppen.

Bei der Impfung gegen Rotaviren, für die durch die KV-Surveillance erstmals überhaupt valide Daten verfügbar wurden, sieht es nicht besser aus.  Die Impfquote für eine vollständige Impfserie gegen Rotaviren beträgt 66 Prozent für den Jahrgang 2014, bei enormen regionalen Schwankungen (zwischen 15 -!- und 90 Prozent).

Das alles ist mehr als unerfreulich.

Höflich ausgedrückt. Die Frage nach den lang- bis mittelfristigen Wirkungen brauche ich hier wohl nicht zu erörtern, die ersten Auswirkungen, vor allem bei den Masern, haben sich längst gezeigt. Bleibt die Frage nach a) den Ursachen und b) den Möglichkeiten, ihnen entgegenzuwirken.

Ich möchte mich hier nicht in soziologischen Hypothesen verlieren. Für mich liegt auf der Hand, dass es eine Verbindung zwischen der ohnehin grassierenden Irrationalität, besonders, was Gesundheitsfragen angeht, und den katastrophalen Impfquoten gibt. Und deren Grundlagen lassen sich in drei Kategorien zusammenfassen: Selbstüberschätzung, Unwissenheit und Gleichgültigkeit. Wobei die Unwissenden von den Selbstüberschätzern, denen, die alles (besser) zu wissen glauben, stark beeinflusst werden und dadurch selbst zu Selbstüberschätzern werden. Zum Beispiel so:

selbstuberschatzer

Oder so:

unwissender

Hier offenbaren sich der mündige Patient und der informierte Bürger in ihrer ganzen schonungslosen Unverantwortlichkeit. Und finden beispielsweise nichts dabei, einen allgemeinen Geltungsanspruch für etwas zu erheben, das sie selbst als ihre „Vermutung“ bezeichnen.

Jedenfalls zeigt sich eines: Trotz aller Kampagnen für Impfungen, trotz Aufklärung, trotz der Bemühungen der Hausärzte (denen ich diese mal unterstelle) beginnt die haltlose Propaganda gegen Impfungen breite und nachhaltige Wirkung zu zeigen.

Auch die Politik sollte sich hier inzwischen angesprochen fühlen. Nicht vorrangig zum Aspekt einer möglichen Impfpflicht, obwohl ab einem gewissen Punkt auch hieran kaum ein Weg vorbeiführen wird. (Nebenbei, staatlicher Paternalismus ist mir prinzipiell ein Greuel. Aber wenn von der Pflicht zur Anbringung von Rauchmeldern bis hin zur Verwendung bestimmter Glühbirnentypen ein solcher Paternalismus für vertretbar gehalten wird, dann brauchen wir, wenn die Volksgesundheit ernsthaft gefährdet ist, wohl nicht allzusehr zu diskutieren.)

Hier noch ein wenig Konstruktives:

Ich hätte da noch einen bescheidenen Vorschlag. Es ist wohl keine unzulässige Unterstellung, dass Impfgegnerschaft und deren Verbreitung unter dem Heilpraktikerstand und in den berühmten Heilpraktikerschulen verbreitet ist. Wie wäre es, wenn die neuen Durchführungsbestimmungen zum novellierten Heilpraktikergesetz vorsehen würden, die Heilpraktiker auf eine Impfberatung nach den Leitlinien des RIK zu verpflichten und bei einem Verstoß als Sanktion den Verlust der Heilpraktikererlaubnis auszusprechen? Das fände ich gar nicht so schlecht, und sei es erst einmal nur als deutliches Signal aus der Richtung der Politik. Das wäre zudem endlich einmal eine konkrete Regelung zum Heilpraktikerwesen, eine Neuerung seit 1939, immerhin… Die kruden Impfgegner“argumente“ im Internet als Fake News zu bekämpfen -was sie zweifellos sind- wäre vielleicht ein etwas weitgehender Vorschlag…

Solange Beiträge wie die obenstehenden offen im Internet nachzulesen sind, komme mir keiner damit, es gebe keinen Handlungsbedarf. Ihrer sind Legion.

 

Mehr zum Impfthema auf meinem Blog: „Erstaunlich an den Gegnern des Impfens ist vor allem, dass es sie gibt.“ (Ärztezeitung) Ein Zwischenruf.

Zur Unwissenheit und Irrationalität bei „Onkel Michaels kleiner Welt“: Ich habe endlich die Homöopathie begriffen!

 

 

Bildnachweise: (1) Fotolia_132025205_XS, (2, 3) Screenshots (anonymisiert)

 

 

 

Deutsches Ärzteblatt zum Heilpraktikerproblem

 

Mal wieder nur ganz kurz, mit Dank an das Ärzteblatt:

Deutlichste Worte zum Thema Duldung von „Heilpraktikern“ im Sinne meiner Beiträge auf diesem Blog:

http://www.aerzteblatt.de/archiv/183771/Heilpraktiker-Kosmetische-Aenderungen

und eine fundierte Lesermeinung dazu:

http://www.aerzteblatt.de/forum/119041

Dem ist nicht das Geringste hinzuzufügen. Außer, dass es vielleicht eine gute Idee wäre, wenn die gesamte organisierte Ärzteschaft auf der Grundlage der beschriebenen Fakten und Argumente geschlossen Druck auf die Politik ausüben würde. Unter Inkaufnahme der Verärgerung der Schwurbel- und Experimentalfraktion. Das müsste doch möglich sein! Und ist dringend nötig, denn inzwischen hüllt man sich in dieser Sache mal wieder allseits in beredtes Schweigen. Dieses Schweigen ist allerdings weder Gold noch Silber.

 

Nur ganz kurz…

klopftherapie

Jetzt weiß ich, was Alternativmedizin ist:

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/england-diabetikerin-stirbt-nach-chinesischer-pruegeltherapie-a-1121182.html

Leider nicht kommentierbar. Deshalb vielleicht auf diesem Wege die Bitte an den Spiegel, künftig das Wort „Alternativmedizin“ zu vermeiden und in derartigen Zusammenhängen nur noch von „Pseudomedizin“ (oder von Kriminalfällen) zu sprechen.

Der Duden gibt folgende Bedeutungen für „alternativ“ an:

freie, aber unabdingbare Entscheidung zwischen zwei Möglichkeiten; das Entweder-oder;
zweite, andere Möglichkeit; Möglichkeit des Wählens zwischen zwei oder mehreren Dingen

Alternativ in unseren Fällen also die Wahl zwischen bewährter medizinischer Behandlung andererseits, von der schon Millionen profitiert haben, und völlig ungewisser, nicht beurteilbarer Methoden, die zudem richtig teuer sind, auf der anderen Seite. Als Ausdruck des Menschenrechts, die Freiheit zur Entscheidung für den eigenen Untergang treffen zu dürfen.
Ich vergaß – in Deutschland ja seit einiger Zeit durch § 217 StGB ziemlich eingeschränkt. Aber nicht bei der Inanspruchnahme von Scharlatanerie jeder Art. Da fällt mir ein – könnte man diese Leute nicht im Bedarfsfall nach § 217 StGB in Deutschland wegen geschäftsmäßiger Beihilfe zum Suizid belangen?

Um jedem Vorwurf der Unvergleichbarkeit mit der Geschichte im Link vorzubeugen: Der Unterschied ist gradueller Art. Im Falle homöopathischer oder heilpraktischer „Behandlung“ ernster Erkrankungen sind diese potenziell genauso gefährlich.

Demnächst an dieser Stelle wieder längere Beiträge von mir (ist keine Drohung).. Vielleicht auch mal zu der Frage, was Menschen dazu bringt, sich freiwillig in solche „Alternativen“ zu begeben.

Nachtrag, auf Anregung einer treuen Leserin:

Klopftherapie in allen erdenklichen Formen, mit oder ohne Bezug fernöstliche Weisheiten, ist im Programm jedes besseren Heilpraktikers gleich um die Ecke. Deshalb kriegt dieser Beitrag auch noch einen Tag zum Begriff „Heilpraktiker“. Passt ja zu meinen sonstigen Auslassungen zu diesem Spezialthema. Und ein Beitragsbild gibt es auch noch dazu: Google-Ergebnis zu Klopftherapie, Stand heute abend, 20:40 Uhr.

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