Noch ein paar nichtalternative Fakten zu VAXXED…

Anaesthesist

Ein paar weitergehende Anmerkungen zu VAXXED sind angesichts der Nebelkerzen, die so geworfen werden (kein Impfgegnerfilm, schockierende Wahrheiten usw.) wohl noch angebracht. Selbstverständlich habe ich mir VAXXED selbst auch angeschaut – dies nur zur Vorbeugung allfälliger Missverständnisse.

Wakefield propagiert -auf Umwegen- seine alte, längst definitiv widerlegte These vom Zusammenhang des MMR-Kombiimpfstoffes mit Autismus auch durch diesen Film. Das Perfide daran ist, dass es das Ganze als Verschwörungsgeschichte à la Bourne-Identität aufbaut. Natürlich mit unbelegten Behauptungen.

Wakefield ist ein völlig skrupelloser Selbstvermarkter. Einerseits ist es ihm offenbar recht, wenn aus seiner -widerlegten- Position eine generelle Impfhaltung entsteht (in Amerika beruft sich praktisch jeder Impfgegner auf Wakefield), andererseits kokettiert er weltweit immer damit, VAXXED sei ja kein Impfgegnerfilm und er selbst auch kein Impfgegner. Das ist ein ganz erbärmliches Schauspiel.

Der Film hat die alleinige Absicht, Wakefield selbst mit seiner damaligen „Autismus-Studie“ als Verschwörungsopfer darzustellen. Dazu ist ihm jedes Mittel, jede verquere Argumentation recht. Nur darum geht es in dem Film: Selbstrechtfertigung und Selbsterhöhung.

Der ehemalige CDC-Mitarbeiter, den Wakefield hier als „Whistleblower“ vorführt, ist nie im Film zu sehen – nur seine Stimme ertönt aus dem Off. Woher diese Aufnahmen stammen, ob sie autorisiert sind – alles bleibt offen. Keiner der anderen an der CDC-Studie beteiligten Wissenschaftler erhält Gehör. Was die Forschungsergebnisse der CDC angeht, die angeblich Wakefields MMR-Autismus-These belegen, so wird hier schlicht Ursache und Wirkung verwechselt. Sehr schön ausgeführt und zusammengefasst ist die VAXXED-Causa beispielsweise beim Hollywood Reporter, der auch die wichtige Frage stellt, weshalb in dem ganzen Film nicht ein einziger anerkannter Autismus-Forscher zu Wort kommt:

http://www.hollywoodreporter.com/news/anti-vaccine-doc-vaxxed-a-882651

Mit einer wissenschaftlichen Aufarbeitung des Themas hat der Film nicht das Geringste zu tun. Der Film ist, wie Prof. Gorski (Wayne State University School of Medicine, Illinois) richtig sagte, so manipulativ, dass Leni Riefenstahl vor Neid erblassen würde. Hier die Originalartikel von Prof. Gorski auf sciencebasedmedicine.org:

https://sciencebasedmedicine.org/the-fall-of-andrew-wakefield/

https://sciencebasedmedicine.org/andrew-wakefields-vaxxed-antivaccine-propaganda-at-its-most-pernicious/

Der Film ist -klar erkennbar- nur dazu da, um Wakefields Ego zu stützen, der sich trotz aller Gegenbelege tatsächlich nach wie vor für ein verfolgtes Genie zu halten scheint (was noch das Freundlichste ist, was man annehmen kann).

Für Wakefield war bei der damaligen „Studie“ die Geschichte mit Autismus und der MMR-Impfung nur eine Art Nebenprodukt – aber natürlich ein lukratives. Die Studie selbst befasste sich -entsprechend dem damaligen Fachgebiet Wakefields, der Gastroenterologie- mit angeblichen Darmerkrankungen als Folge der MMR-Impfung. Wakefield war ja Patenthalter eines -damals schon überholten- Einzelimpfstoffs gegen Masern, woraus sich sein Interesse ergab, den MMR-Mehrfachimpfstoff schlecht zu machen. Das Patent konnte er mit dem Aufkommen der MMR-Dreifachimpfung natürlich in den Papierkorb werfen. Das mit der Kombinationsimpfung als Autismus-Ursache lief so nebenher. Warum? Wegen der Verflechtung Wakefields mit Anwälten, die mit seiner „wissenschaftlichen Arbeit“ hofften, ihr Schäfchen ins Trockene bringen zu können. Was sie sich bekanntlich gegenüber Wakefield einiges kosten ließen. Hier nochmal der Link zur „Retracted“ Lancet-Publikation (aus deren Titel der Schwerpunkt der Arbeit klar ersichtlich ist):

http://thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(97)11096-0/abstract

Offenbar ist der Anschluss an die Impfgegner- und Verschwörerszene (vor allem in den USA) weitaus lukrativer als die Verfolgung seiner damaligen „wissenschaftlichen Anliegen“, die seinerzeit ja hauptsächlich auf dem gastroenterologischen Aspekt beruhten. Davon ist keine Rede mehr…  So erklärt es sich, dass Wakefield, ohne selbst natürlich Impfgegner zu sein, Galionsfigur der in den USA finanziell bestens ausgestatteten Impfgegnerszene ist und seine alte Story allen Ernstes mit einer unbewiesenenen Verschwörungsgeschichte auch noch für seine Kinotour ausschlachtet. Übrigens – selbst wenn die CDC-Verschwörungsgeschichte wahr wäre, hätte sie natürlich keinerlei Beweiswert für Wakefields vielfach und lange widerlegte MMR-/Autismus-These.

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Ein Wort noch zu einer anderen Verteidigungslinie, die u.a. vom Filmverleih und auch auf Impfgegnerseiten im Netz (unter dem Titel „Gegendarstellung“) eröffnet wurde: Dem Heranziehen der Story um Prof. Walker-Smith, den damaligen „Vorgesetzten“ von Wakefield, und dessen „Rehabilitierung“, die 1:1 auf Wakefield zu dessen angeblicher Entlastung übertragen wird.

Walker-Smith war „Vorgesetzter“ Wakefields als Klinikchef der gastroenterologischen Pädiatrie, also einer klinischen Fachabteilung für Magen-Darm-Erkrankungen für Kinder am Royal Free Hospital. (Bitte das auch einmal vergegenwärtigen, Wakefield war Gastroenterologe, weder Immunologe noch Neurologe, also mit der Fachlichkeit sowohl von Impfungen als auch von Autismus überhaupt nicht befasst). Dort wurde die „Studie“ Wakefields durchgeführt, Walker-Smith hat nur die Erlaubnis dazu gegeben und wurde nicht als aktiv Handelnder, sondern in seiner Eigenschaft als verantwortlicher Vorgesetzter belangt. Vor allem: Walker-Smith war NICHT der Studienleiter, das war Wakefield (Paper’s Chief Author)! Walker-Smith war, wie das so üblich ist, als Renomeegeber „Letztunterzeichner“ der damaligen Studie – mehr nicht.

Walker-Smith wurde schiedsgerichtlich entlastet, weil ihm keine Teilnahme an einer bewussten Irreführung, ja nicht einmal die Teilnahme an einer Studie nachgewiesen werden konnte (auf gut Deutsch, auch er war von Wakefield nur benutzt worden). Der Schiedsspruch lautete:
„Es (das Schiedsgericht) hatte zu entscheiden, was Professor Walker-Smith dachte zu tun: Wenn er glaubte, Forschungen unter dem Deckmantel der klinischen Untersuchung und Behandlung zu betreiben, würde die Feststellung ernsthaften beruflichen Fehlverhaltens mit der Folge von Sanktionen berechtigt sein. Falls nicht, wäre dies allenfalls dann gerechtfertigt, wenn sein Handeln völlig außerhalb angemessener medizinischer Praxis akademischer Kliniker gelegen hätte“.

Also: Der Vorwurf eines aktiven Mit-Handelns wurde vom Schiedsgericht verneint. Walker-Smith hatte nach dessen Ansicht im Grunde nicht viel mehr getan, als Wakefield in seiner Klinik Zugang zu Patienten für seine Untersuchungen zu gestatten. Eine andere Geschichte ist, dass das General Medical Council (GMC) als anklagende Aufsichtsbehörde nach wie vor der Ansicht ist, dass er als Klinikdirektor hätte kritischer sein müssen.

Walker-Smith hat sich eben NICHT der gleichen Verfehlungen schuldig gemacht wie Wakefield. Man hat ihn überhaupt nicht in einer exponierten oder verantwortlichen Rolle bei Wakefields Studie verortet. Gegen ihn ist auch nie ein Betrugsvorwurf vor einem ordentlichen Gericht erhoben worden. Wakefield dagegen hat sich schuldig bekannt und ist damit einer öffentlichen Verhandlung zuvorgekommen. Jetzt damit zu kommen, er habe sich den Prozess nicht leisten können, ist ja wohl ein schlechter Witz.

Hier der Bericht des Guardian zu Walker-Smiths Rehabilitation:

https://www.theguardian.com/society/2012/mar/07/mmr-row-doctor-appeal

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So, das nur als ergänzende Information. Abschließend noch etwas Persönliches:

Ich habe mir wirklich einen Kopf dazu gemacht, ob ich mit meiner derzeitigen Kritik, die sich immerhin gegen die öffentliche Aufführung eines Films richtet, nicht doch meine eigenen Grundsätze zu Toleranz und Meinungsfreiheit irgendwo verletze.  Ich komme aber zu dem Ergebnis, dass dies nicht der Fall ist. Zu diesem Schluss berechtigt mich neben der nahezu fehlenden öffentlichen Diskussion, der Stimme des common sense, vor allem das Vorgehen der Impfgegnerszene, die bar jeder wissenschaftlichen Objektivität unhaltbare Thesen vertritt, die geeignet sind, ganz direkt und unmittelbar Schaden an Leib und Gesundheit von Menschen -insbesondere von Kindern- zu verursachen. Der Film selbst tut dies auch. Zudem haben mich besonders die Auswirkungen von Wakefields Aktionen auf von Autismus Betroffene, ob selbst Erkrankte oder Angehörige, beeindruckt.

Natürlich halte ich es für eine Frage der persönlichen Verantwortung von Verleih und Kinobetreibern, sich für oder gegen das Zeigen dieses Films, für oder gegen eine öffentliche Plattform für Wakefield selbst, für oder gegen eine propagandistische Scheindebatte bei der Kinotour zu entscheiden. Nach meinem Eindruck hat es für eine solche -verantwortlich und informiert getroffene- Entscheidung aber ganz offensichtlich an Informationen gefehlt.

Ich übe keinen Druck aus. Wie auch. Ich möchte nur dem offensichtlichen Informationsdefizit abhelfen und dem Verleih wie den Kinobetreibern eine Entscheidung auf vernünftiger Grundlage ermöglichen. Deshalb enthalten alle meine direkten Botschaften an Verleih und Kinobetreiber lediglich die Bitte, die Entscheidung für den Film auf der Grundlage der von mir ausführlich gelieferten Sachinformationen zu überdenken. Nicht etwa eine ultimative Aufforderung zur Absetzung des Films oder dergleichen. Was ich persönlich davon halte, wenn die Entscheidung für den Film trotz der verfügbaren Informationen getroffen wird, ist eine ganz andere Sache.

Wenn das nicht legitim ist, ja, geradezu ein Gebot innerhalb einer funktionierenden Zivilgesellschaft, was denn dann? Was allerdings die Impfgegnerszene von der Einstufung dieses Blogs als „Hate-Seite“ nicht abgehalten hat.

 

 

Bildnachweis: @ Refutations to Anti-Vaccine Memes

Nachtrag zu: Ich weiß es doch auch nicht…

Der Independent spricht es offen aus: Die derzeitigen Masernausbrüche in Italien und Rumänien – am Rande einer regelrechten Epidemie – sind fraglos zu einem erheblichen Teil den „Aktivitäten“ der „Impfskeptiker“ zu verdanken. Übrigens: Die Durchimpfungsrate in Deutschland ist nicht ausreichend. 

Aber ja, ich vergaß – Wakefield ist ja gar kein Impfgegner, nein, sein unsäglicher Film ja auch keineswegs gegen Impfungen…

Sorry.

Hier geht es zum Online-Artikel.

 

Und das verdienstvolle Portal „Refutations to Anti-Vaccine Memes“ (zum Folgen auf Facebook sehr empfohlen) setzt noch einen drauf zum Independent-Artikel:

„Sick and dead children are your legacy Andrew Wakefield.“

So ist es.

Und in unserem schönen Land hier?

Öffentliche Meinung und Presse schlafen. Tief und fest. In Großbritannien erledigt allein der common sense im Verein mit der Presse die ganze Wakefield-Geschichte! Und hier müssen sich die Einzelnen, die gegen Wakefields miese Tour (haha, Wortspiel) angehen, als gewaltbereite Faschisten und Antidemokraten beschimpfen lassen.

Vielen Dank auch. Wir wissen es zu schätzen. Denn wir wissen, von wem es kommt.

 

 

Ich weiß es doch auch nicht…

 

… wie man mit der VAXXED-Geschichte noch umgehen soll.

Der Verleih, Buschmedia, ist voll in der Offensive, was die Verbreitung von Wakefields Machwerk angeht. Das Ganze wird massiv orchestriert von Jammern und Klagen der unschuldig verfolgten Impfgegner. Garniert zunehmend mit dem Vorwurf, die bösen Impfbefürworter würden zu nackter Gewalt greifen, um die Wahrheit und die Meinungsfreiheit zu unterdrücken.

Man stelle sich das bitte vor: In den angelsächsischen Ländern und einigen mehr ist Wakefields Film weitgehend als das entlarvt, als was er ist: Ein manipulatives Machwerk der allerschlimmsten Sorte, der die Schuld, die Wakefield schon lange wegen der Verunsicherung von Eltern auf sich geladen hat, noch einmal vervielfacht. Eine öffentliche Debatte unter Beteiligung der Presse hat zu dieser öffentlichen Wahrnehmung geführt. Vor kurzem ist es gelungen, diesen Schmutz aus dem Europaparlament herauszuhalten. Und hier, bei uns in Deutschland?

Könnte es kaum besser laufen für Wakefield. Der Verleih zieht die Sache durch. Die „Unterstützung“ der „Presse“ besteht bislang vor allem darin, dass über die angebliche Gewaltbereitschaft und Militanz der Gegner des Films berichtet wurde – unter anderem von einer so seriösen Publikation wie Epochtimes, auf die sich der Facebook-Auftritt von VAXXED ausdrücklich bezieht. Wer solche Verbündeten hat… naja. Selbst auf dem offiziellen Portal Berlin.de wird die übliche Propaganda weiterverbreitet. Es scheint sich auch niemand daran zu stören, dass Leute wie Tolzin sich für den Film stark machen.

Wo ist die kritische Presse? Ach, ich vergaß: Oberste journalistische Tugend ist ja bei uns bekanntlich die Ausgewogenheit. Eine Parteinahme kann man ja wohl nicht mehr erwarten.

Herrscht Unwissenheit? Völlige Gleichgültigkeit? Falsches Verständnis von Toleranz und Meinungsfreiheit? Muss es ein paar Leuten aus der Zivilgesellschaft überlassen bleiben, gegen diesen Wahnsinn zu protestieren? Ich weiß es auch nicht. Wirklich nicht.

Im Netz findet man dann Texte wie diesen:

Bedrohung von Kinos, die impfkritischen Film VAXXED ausstrahlen wollen

Das haben wir jetzt davon!

Antifa

Liebe Leser und auch oft Mitstreiter, das haben wir jetzt davon.

Und damit nicht genug:

Tolzin.JPG

Da mich gar nichts mehr wundert, sei hierzu nur so viel gesagt:

Leute, die Demokratie und Meinungsfreiheit für sich selbst bis zum Anschlag in Anspruch nehmen, beklagen den Untergang der Demokratie, wenn jemand anderer Ansicht (nicht Meinung!) ist als sie und dies öffentlich bekundet. Unterstellen diesen anderen ohne jeden erkennbaren Anhalt, dass sie etwa Angehörige der „Antifa“ seien (was für ein hochgradiger Blödsinn, das ist nicht mal mehr lächerlich) oder zu von der Pharmaindustrie gesponserten „Autismusgruppen“ gehören würden.

Tolzin führt unter http://www.impfkritik.de/pressespiegel/2017031701.html aus:

„Angebliche Antifa-Mitglieder und Autismus-Gruppen machen mobil und bedrohen offen jedes Kino, das VAXXED auf sein Programm setzt. Ihr Hauptwerkzeug sind die sozialen Medien und deren Anonymität. Da wird z. B. ein Kinobetreiber wenig subtil gefragt, ob er wirklich einen Polizeieinsatz riskieren wolle, wenn er es wagt, VAXXED zu zeigen. Oder ein angebliche Autist, der es für Diskriminierung hält, Autismus als Krankheit zu bezeichnen, droht damit, die Bewertung des Kinos herunterzustufen und auch alle seine Kumpels zu mobilisieren.

Dass Kinos es mit der Angst zu tun bekommen, wenn sie Negativ-Werbung oder gar Randale befürchten müssen ist natürlich verständlich. […]

Für Buschmedia, einer mutigen kleinen Produktionsfirma, die VAXXED in Deutschland vermarkten will, droht das Projekt durch den Ausfall der Kinovermarktung nun zu einem Verlustgeschäft zu werden. Ob die Deutschland-Tour von Andrew Wakefield wirklich stattfinden kann, ist offen. Der Aufwand für die Kino-Akquise hat sich für vervielfacht, Geschäftspartner haben sich zurückgezogen.“

Aha. Das also ist Zensur und Bedrohung. In der Tat, nicht jeder Wakefield-Gegner schlägt gegenüber den in aller Regel doch sehr naiven und uninformierten Kinos immer den angemessensten Ton an. Ich vermeide dies, wie ihr wisst, und ich bin sicher, ihr auch. Wenn aber ein Kino trotz Information darüber, was es zu tun im Begriff ist, an der Vorführung festhält, dann braucht es sich auch nicht zu wundern. dass es Leute gibt, die es dann nicht mehr hoch bewerten und es womöglich auch nicht mehr besuchen – inklusive Information von Freunden und Bekannten. Ursprünglich schlechte Bewertungen des Hannoverschen Kinos wurden übrigens nach oben korrigiert, als der Film abgesetzt wurde.

Ich habe bisher keinen einzigen Beleg dafür gesehen, dass es wirklich angedrohte Gewalt gegen Sachen oder Personen bei den Kinos gegeben hat. Die Hannoversche Allgemeine hatte über „Drohungen gegen das Personal“ berichtet, ist aber jede Konkretisierung schuldig geblieben. Anfragen wurden nicht beantwortet.

Ich fände es auch völlig daneben, wenn so etwas geschähe. Ich verkneife mir andererseits aber auch, mal aus einigen mir zugegangenen freundlichen Mitteilungen zu zitieren, die teilweise deutlich über das hinausgehen, was Herr Tolzin als Drohungen zu qualifizieren beliebt.

Ob ich wohl damit durchdringen kann, wenn ich die empörte Fraktion der Faktenbefreiten darauf hinweise, dass Demokratie genau aus dem öffentlichen Diskurs freier Bürger besteht?  Und dass es deshalb höchst legitim ist, ja, dringend erforderlich, einem gemeingefährlichen Mist wie Propaganda à la Wakefield / VAXXED entgegenzutreten – wenn es offizielle Stellen ebensowenig tun wie die Presse? Die letztere versagt offenbar auf breiter Front, obwohl ein Blick über den Ärmelkanal genügen würde, um zu erkennen, was eine angemessene Rolle der Presse wäre!

Impfung ist zur Glaubenssache geworden! In der Tat, leider viel zu sehr! Aber wodurch? Durch Proteste von Skeptikern gegen „impfkritische“ Desinformation? Nein!  Durch die Umtriebe der sogenannten Impfkritiker jeglicher Couleur, Wakefield und Tolzin eingeschlossen!

Meinungsfreiheit? Dazu reicht dieses Bildzitat des großartigen XKCD völlig aus:

Meinungsfreiheit

Dass Kinos mit einem Griff ins Klo auch die Zuschauergunst riskieren, ist Unternehmerrisiko. Lässt sich üblicherweise durch Risikomanagement, d.h. in diesem Fall durch schlichte Vorabinformation (beispielsweise mittels der leider wenig bekannten Internet-Suchmaschine Google), vermeiden. Auch mein Mitleid mit dem Verleih (nicht Produktionsfirma) Buschmedia hält sich aus gleichen Gründen in Grenzen. Zumal auf deren Facebookseite auch noch Rechtfertigungsarien gepostet werden…

Leute, bei funktionierenden Unternehmen gibt es ein Controlling. Das bedeutet, läuft eine Investition aus dem Ruder, zieht man die Reißleine, um den Schaden zu minimieren und geht nicht mit dem Kopf durch die Wand. Schon mal davon gehört?

So, das musste schon noch sein am heutigen Abend. Trotz allem wünsche ich ein schönes Wochenende!

PS   Mein absolutes Lieblingskino in meiner Stadt, ein wirkliches Filmkunsttheater mit sagenhaftem Programm, das einzige, das ich überhaupt ab und zu noch mal besuche, hat VAXXED mit der üblichen Propaganda für den 5. April angekündigt. Das hat mich echt mitgenommen. Auch dort habe ich mit den bekannten Informationen freundlich, aber bestimmt interveniert. Käme es nicht zu einer Absetzung – ich überlege ernsthaft, ob ich in diesem Fall auf weitere Besuche dort verzichten würde.

Ich undemokratischer Antifa-Zensor, ich.

Bildnachweise:
1,2:  Screenshots

3:     Bilder und Originaltext: © 2014 by Randall Munroe; übersetzter Text © 2014 Anatol Stefanowitsch.  (http://www.sprachlog.de/2014/04/19/xkcd-meinungsfreiheit/)

Wakefield mit VAXXED schon wieder…

Liebe Blogleser,

einige werden es vielleicht mitbekommen haben, aber es ist noch nicht vorbei mit VAXXED in deutschen Kinos. Gestern hat ein Kino in Hannover, bei deren FB-Seite ich auch eine Nachricht hinterlassen hatte, den Film abgesetzt – wie die Ortspresse dort berichtet, wegen „Drohungen und Hasskommentaren“. Nicht aus Einsicht? Das würde ich doch sehr bedauern. Ich habe auf der FB-Seite eher viele ätzende Kommentare von Wakefield-Fans gesehen…

Das Citydome-Kino in Rosenheim erweist sich als recht hartleibig. Dort hat sich  der Verein Autismus Rosenheim e.V. protestierend eingeschaltet. Bislang erfolglos.

UPDATE 10:38 Uhr: Rosenheim hat den Film abgesetzt, wie ich aus zuverlässiger Quelle höre.

Bleibt der Verleih:

Wakefield Busch

Des Pudels Kern ist offenbar der Verleih. Der Screenshot oben, versehen mit allerlei alternativen Fakten (zumindest relativierenden), sagt ja wohl alles. Obwohl – man hofft wohl wirklich, eine „kritische Diskussion“, gar mit Vertretern der Ständigen Impfkommission, zustande zu bringen. Echt? Ein Rest von Irrtum, der sich vielleicht bereinigen ließe?

Wer mag, möge sich dort melden! Hier nochmal ein Text, eine leichte Abwandlung und Erweiterung unseres früheren Textes:

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

sind Sie sich wirklich klar darüber,  was Sie tun, indem sie Mr Wakefiield und seinen Film VAXXED promoten? Die Wakefield-Kamarilla, die kürzlich aus dem EU-Parlament flog, wo sie sich einen Abglanz politischer „Anerkennung“ erhoffte? Die in ganz Großbritannien kein Kino fand, sich auf dem Umweg über einen Rahmenmietvertrag einer Hömopathie-Schule sich Einlass in Räume einer Privatuni erschlich, was der Homöopathieschule dort eine fristlose Kündigung einbrachte?

Mr. Wakefield hat 1998 in Großbritannien eine angebliche Studie veröffentlicht, mit der -bis heute unausrottbar- ein Zusammenhang von Impfungen (insbesondere der MMR-Mehrfachimpfung) mit dem Entstehen von Autismus postuliert wurde. Es ist jedoch aufgedeckt worden, dass diese „Studie“ auf gefälschten Daten beruhte, die Krankheitsgeschichten der betroffenen Kinder falsch bzw. nicht vollständig reportierte und dass Mr. Wakefield von interessierter Seite einen Judaslohn von 55.000 britischen Pfund für seine manipulative Veröffentlichung erhalten hat – von Anwälten, denen seine Untersuchungen bei geplanten Prozessen gegen Impfmittelhersteller gerade so in den Kram passten. Das Fachblatt „Lancet“ zog die Veröffentlichung zurück – ein bis dahin nie dagewesener Vorgang. Die britische Gesundheitsbehörde führte eine Untersuchung durch, in deren Folge sie ein Strafverfahren gegen Mr. Wakefield wegen Betruges initiierte. Wakefield kam einer öffentlichen Verhandlung mit der Anerkennung des Klagevorwurfs zuvor.

In Großbritannien erhielt Wakefield daraufhin Berufsverbot. Er siedelte mit seiner Familie in die USA über und fand dort schnell Verankerung in der dortigen, zum Teil finanziell bestens ausgestatteten Impfgegnerszene. Dort hat er auch den jetzigen Präsidenten Trump kennengelernt, auf dessen Inaugurationsfeier er gesichtet worden ist. Was einen Sturm der Entrüstung in der Medizinergemeinschaft der USA auslöste.

Mit seinem VAXXED-Film betreibt Mr. Wakefield nach wie vor Propaganda in der Sache, die seine wissenschaftliche Karriere abrupt beendet hatte. Es handelt sich hier um ein Machwerk, von dem Prof. Gorski von der Wayne State University School of Medicine, Michigan, sagte: „Die Propaganda dieses Films ist so krass, dass Leni Riefenstahl erröten würde“.

Wakefield hat im vorigen Jahr versucht, seinen Film bei dem von Robert de Niro mitveranstalteten renommierten Tribeca-Festival in den USA aufführen zu lassen. Auch hier haben massive Proteste aus der medizinischen Szene dies verhindert. Aus gutem Grund. Es geht nämlich nicht um einen wissenschaftlichen Diskurs, um Meinungsfreiheit erst recht nicht.

Wakefields Propaganda ist gemeingefährlich. Die Impfgegnerschaft ist eine leider zunehmende irrationale Bewegung, die die eindeutigen medizinischen Fakten über diese wohl erfolgreichste medizinische Methode aller Zeiten leugnet, verdreht und mit Lügenmärchen versieht. Die Propaganda Wakefields dürfte ganz konkret eine Menge Fälle von impfpräventablen Krankheiten auf dem Gewissen haben. Vor allem ist es aber eine Schande und völlig unverzeihlich, die Eltern von autistischen Kindern zu allen Belastungen, die sie ohnehin schon haben, nachhaltig zum Thema Impfungen auch noch verunsichert zu haben. Auf dieser Welle reitet weiterhin der VAXXED-Film. Besonders perfide ist ja, dass nicht die Betroffenen selbst -die Kinder- Ziel der Propaganda sind, sondern die sich sorgenden Eltern, die ohne Zweifel sich den Kopf darüber zerbrechen, was das Beste für ihr Kind ist.

Was die wissenschaftliche Aufarbeitung der Impfen-Autismus-Legende angeht: Es wurde längst intensiv geforscht. Es gibt hierzu auch keine „öffentliche Debatte“, wie Ihr Ankündigungstext zum Film suggeriert. Die hätte Wakefield wohl gern, damit ist er aber längst gescheitert. Die Cochrane Collaboration, eine international tätige, nun wirklich unabhängige Institution zur Bewertung medizinisch-wissenschaftlicher Ergebnisse, hat sich mit immerhin 31 Forschungsarbeiten befasst, die sich mit einem möglichen Zusammenhang zwischen Autismus und Impfungen befassten. Ergebnis eindeutig: Diesen Zusammenhang gibt es nicht. Überzeugen Sie sich selbst:

Cochrane schreibt:
„Results from two very large case series studies involving about 1,500,000 children who were given the MMR vaccine … […] We could assess no significant association between MMR immunisation and the following conditions: autism, asthma, leukaemia, hay fever, type 1 diabetes, gait disturbance, Crohn’s disease, demyelinating diseases, or bacterial or viral infections.“ …
((http://www.cochrane.org/CD004407/ARI_using-combined-vaccine-protection-children-against-measles-mumps-and-rubella)

Der Film VAXXED gehört zum Unethischsten und Gefährlichsten, was in einem Kino überhaupt gezeigt werden kann. Ich bitte Sie ebenso herzlich wie dringend, aufgrund der vorstehenden Informationen noch einmal sehr gründlich zu überdenken, ob Sie dem Film und seinem „Regisseur“ (so nennt er sich, seitdem er die ärztliche Berufsbezeichnung nicht mehr führen darf)wirklich ein Forum geben wollen. Es ist völlig verfehlt, Wakefield auch noch als verfolgte Unschuld darzustellen. – zu leugnen, er sei ein Impfgegner, ist lächerlich.

Zu dem Film und zu Wakefield möchte ich noch auf die folgenden Links -u.a. bei der Londoner Times und der NY Times- hinweisen:

https://en.wikipedia.org/wiki/Vaxxed

http://www.thetimes.co.uk/…/vaxxed-the-ultimate-vaccine-con…

https://www.nytimes.com/topic/person/andrew-wakefield

 

 

 

So. Ich muss mich leider im Moment verabschieden, denn ich habe mir was eingefangen, trotz Impfung, was mir eine Verordnung strenger Bettruhe bis auf Weiteres eingetragen hat…

Homöopathie und Logik: Ein Rosenkrieg.

Es tut sich so einiges medial bei Homöopathie-Propaganda und Homöopathie-Kritik im Moment. Wenn man nicht gerade weghört, kann man sich den Beiträgen in den Medien derzeit kaum entziehen – und erstaunt registrieren, dass aktuell der Punktsieg klar auf Seiten der Kritiker sein dürfte.

Ausnahmen bestätigen die Regel. Was aber deutlich auffällt, ist ein bestimmtes Argumentationsmuster der Homöopathie-Verteidiger, ob bei den Krankenkassen (!) oder auch bei den Spitzenpropagandisten:

  • Homöopathie wirkt! Das zeigen unzählige Einzelerfahrungen!
  • Wir wissen nicht wie, das ist aber auch egal, denn sie wirkt!
  • Außerdem wissen wir aber doch, wie sie wirkt, hat doch Hahnemann erklärt, nur die Wissenschaft kann es nicht erklären!
  • Und ihr könnt die Nichtwirksamkeit nicht beweisen! Ätsch! Und hundertprozentig sowieso nicht!

 

So etwa sind derzeit die „Argumentationen“ aus dem zuckerumhüllten Universum zu verorten.

Na denn:

Homöopathie wirkt nicht. Das zeigen alle großen Reviews von Einzelstudien zur Homöopathie, die jemals durchgeführt wurden. Scheinbar positive Ergebnisse einzelner Studien sind entweder methodische Fehler, statistische Artefakte oder regelrechte Fehldeutungen.

Eine einzelne Studie zählt zudem nicht viel. Einen Anhalt für einen Beleg liefert sie erst, wenn sie einem strengen Review unterzogen wurde, mehr als nur einmal reproduziert wurde und alle Versuche zur Falsifizierung fehlgeschlagen sind. Maßgeblich sind die großen Reviews und Metastudien, die die Fehler und Unzulänglichkeiten von Einzelstudien herausfiltern.

Warum ist das so? Schutzbehauptungen der Homöopathiegegner? Nein, klares Denken in Übereinstimmung mit dem, was man unter wissenschaftlicher Methodik versteht.

Lesebefehle!

kriegskasse
Schätze aus dem Netz

Liebe Leserinnen und Leser, euch allen dürfte klar sein, dass mich immer wieder die Faulheit übermannt. Manchmal scheint es auch nur so, weil es tatsächlich auch noch ein Leben außerhalb des Blogs gibt. Zur Zeit liegt entweder das eine oder das andere vor (was genau, verrate ich nicht), und deshalb heute ein paar externe Leseempfehlungen:

 

Ein Beitrag von Mikka Luster, der ein fleißiger Kommentator und Diskutant ist und der die Nase auch mal voll hat davon, auf den gleichen Mist immer wieder den gleichen Nicht-Mist hochhalten zu müssen. Dankenswerterweise hat er sich deshalb an einen eher grundsätzlichen Artikel gemacht.

 

Was hat uns eine fröhlich lächelnde, Sympathie verbreitende Gesundheitsministerin aus Sachsen hier zu sagen? Wenn ihr es noch nicht wisst, dann ahnt ihr es vielleicht. Aber es ist noch viel schlimmer. Denn sie sieht die Zukunft der Medizin in der Homöopathie. Der geschätzte Hans Zauner im Laborjournal hat mich mit seinem Beitrag dort davor bewahrt, darauf Nerven verwenden zu müssen.

 

Ein phänomenales Plädoyer für die Homöopathie und wider die ewigen Skeptiker erschien gestern bei den Kolumnisten. Ich empfehle dringend, sich mit der nötigen Sammlung in diesen Beitrag zu versenken und auch der Kommentarspalte dort angemessene Beachtung zuteil werden zu lassen. Damit niemand sagt, ich würde nur Beiträge verlinken, die in Harmonie mit meinem Chi stehen.

 

Hugo Stamm, kritisch-skeptisches Urgestein aus der Schweiz, befasst sich auch einmal mit der Homöopathie und sieht Unheil dräuen.

 

Einer der besten und ausgewogensten Artikel zur Homöopathie der letzten Zeit erschien bei Spiegel Online. Ich empfehle auch einen Blick auf die Facebook-Seite mit vielen interessanten und schönen Kommentaren.

 

So, nachdem jetzt alle schön ausgeglichen und zufrieden sind, ab ins Bett!

 
Bildnachweis: Eigenes Bild (Deutsches Nationalmuseum Nürnberg)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir finden uns heute hier zusammen…

… aus traurigem Anlass. Wir verabschieden uns heute von einem Publikationsorgan, das über viele Jahre hinweg wertvolle Dienste bei der Vermittlung wissenschaftlicher Inhalte in allgemeinverständlicher Form geleistet hat und dem dafür Anerkennung gebührte.

Der Abschied gilt zwar nicht dem Organ als solchem, aber seiner Verpflichtung auf wissenschaftliche Fakten und Standards und von der Verantwortung, die eine Publikation, die wichtiger Teil eines Fachverlages ist, gegenüber seinen Lesern hat.

Nun, nimm Deinen Abschied, Bild der Wissenschaft, vom Kreis der seriösen Publikationsorgane für wissenschaftliche Themen und Inhalte. Du hast schon im vergangenen Jahr erste Symptome gezeigt, als Du einen -sagen wir mal- sehr relativierenden Artikel mit dem Titel „Der Impf-Krieg“ veröffentlicht hast, der nun wirklich nicht sehr hilfreich bei der Information verunsicherter und zweifelnder Eltern war. Zudem davon gekrönt, den unsäglichen Herrn Hirte als Fürsprecher der „individuellen Impfentscheidung“ auftreten zu lassen. Schon dafür hast Du viel Kritik geerntet. Zu Recht.

Was Du Dir jetzt aber mit dem Hauptthema Deiner Ausgabe 3/2017 leistest, lässt nur den Schluss zu, dass auch der Impfartikel nicht zufällig irgendwie ins Heft gerutscht ist. Wir lesen nämlich ungläubig eine ganze Artikelreihe über das Lob der „Integrativen Medizin“, die im Kern eine Herabwürdigung der wissenschaftlich orientierten Medizin und eine völlig ungerechtfertigte Aufwertung integrativ-komplementär-alternativer, sprich unwirksamer und unlauterer, Methoden ist. Ja, sicher wird man wieder ins Feld führen, in den Artikeln stecke auch viel Wahres – das war beim Impfartikel auch so. Beispielsweise in der Kritik des Medizinethikers an der „Abfertigungsmedizin“, aber statt hier die wissenschaftliche Medizin in die Verantwortung zu nehmen, wäre es weitaus angemessener gewesen, auf die von der Politik gesetzten Rahmenbedingungen näher einzugehen, die sie für diese Unzulänglichkeiten gesetzt hat. Ganz abgesehen davon, dass die „sprechende Medizin“, der psychologische und psychosomatische Teil der Medizin, schon lange intensiv wissenschaftlich beforscht wird und sogar bereits in erste Leitlinien der Ärzteverbände Einzug hält.

Es ist schon gleich wieder symptomatisch, wenn sofort die „Schulmedizin“ mit eben diesem Begriff diskreditiert wird -und ja, Widerspruch zwecklos, dieser Begriff ist zur Diskreditierung der wissenschaftlichen Medizin erfunden worden und steht auch nach wie vor für diesen Kontext- und dem dann die „Naturheilkunde“ gegenübergestellt wird. Das zeigt in aller Deutlichkeit entweder die Unwissenheit oder aber die böse Absicht der Redaktion, die wissenschaftliche Medizin zu diskreditieren. Naturheilkunde ist schließlich kein im Gesundheitswesen vorkommender Begriff. Nicht zur Naturheilkunde gehören schon mal gleich Homöopathie, Akupunktur und Osteopathie. Nur so als Beispiel.

Und das ewige „mehr Forschung“ und „die Skeptiker liegen falsch, denn das ist nur wissenschaftlich noch nicht bewiesen…“ ist so was von billig, vielfach widerlegt und langweilig… Wo habt ihr das abgeschrieben? Bei den Homöopathen?

Dies aber nur als Anriss. Ich verspreche noch eine nähere Auseinandersetzung mit den Beiträgen, zumal es mir beim ersten Lesen auch so vorkam, als seien hier falsche Zeugen oder Zeugen falsch zitiert worden, was immer sehr problematisch ist.

Ich für mein Teil bin nicht nur erschrocken, ich bin entsetzt. Was habt ihr da getan?

BdW, eine Publikation, die mich selbst auch lange begleitet und auch das naturwissenschaftliche Interesse meines Sohnes mit geweckt hat – ab sofort ohne mich.

Bevor ich es vergesse: Kürzlich las ich in einem bekannten englischsprachigen Wissenschaftsorgan zum Thema integrative Medizin (dieses Wortgeklingel…) sinngemäß folgenden Hinweis:
Wenn ich Bologneser Sauce in eine Apfeltorte mische, ist das nicht integrativ. Sondern einfach eine Sauerei.

 

 

Bildnachweis Noten: Wikimedia Commons