Interview mit einem Homöopathen (3 und Schluss)

Liebe Leserinnen und Leser,

zunächst darf ich um Entschuldigung für die ziemlich lange Zeitspanne bitten, die seit dem Erscheinen des vorigen Teils unserer Betrachtung verstrichen ist. Ich weiß auch nicht, wo die Zeit geblieben ist… Aber unser Thema hier ist ja in der Zwischenzeit nicht durch die Streichung des Binnenkonsens und die Rücknahme der Erstattungsfähigkeit der Homöopathie obsolet geworden, obwohl -der Interessierte hat es zweifellos registriert- eine gewisse Bewegung in der Sache zu verzeichnen ist. Eine gewisse. Ein wenig. Ein kleines bisschen…

Nun aber zum Abschluss der Besprechung von Dr. Behnkes Interview mit sich selbst. „Interview mit einem Homöopathen (3 und Schluss)“ weiterlesen

Interview mit einem Homöopathen (2)

Liebe Leserinnen und Leser,
ich bitte vorab noch einmal um Verständnis, dass die Beiträge zu Dr. Behnkes Interview außergewöhnlich lang ausfallen (werden). Meine Lebensfreude wird dadurch auch nur bedingt positiv beeinflusst. Ich wäre aber nicht zufrieden damit, eine derart breit ausgeführte und argumentativ verflochtene Homöopathie-Propaganda  kurz abzutun. Was durchaus eine Alternative wäre, es reicht natürlich der Satz „Wo nichts ist, kann nichts wirken und darüber kann man auch keine sinnvollen Interviews geben“.  Völlig richtig und legitim. Will ich aber nicht.

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In den nachfolgenden Passagen des Interviews mit Dr. Behnke wird es wiederholt um Fragen der Studienlage zur Homöopathie zum wissenschaftlichen Nachweis ihrer Wirksamkeit und auch zur Wissenschaftsproblematik allgemein gehen. Ein detailliertes Eingehen hierauf würde den Rahmen dieser Besprechung endgültig sprengen, ich werde insofern nur anekdotisch kommentieren. Meine Bewunderung an alle, die sich mit der Studienlage immer wieder detailliert auseinandersetzen  – was ich auch tue, aber so etwas ist nicht in ein, zwei Stunden machbar. „Interview mit einem Homöopathen (2)“ weiterlesen

Interview mit einem Homöopathen (1)

Nein, es soll hier nicht um den schon vieldiskutierten Beitrag von Frau Bajic in der ZEIT gehen, in dem sie auf etwas eigenartige Weise ihre eigene Profession nicht gerade verteidigt. Es geht um ein Interview mit Dr. Jens Behnke, bei der Carstens-Stiftung zuständig für „Homöopathie in Forschung und Lehre“, auf heilpraxisnet.de.  Als Teil einer dort erscheinenden Reihe zur Homöopathie, dessen einleitenden Beitrag ich in diesem Blog auch gewürdigt habe.

Da das Behnke-Interview sehr umfangreich ist und von daher den Anscheinsbeweis der vielen Worte in Anspruch nimmt, erfordert es auch eine umfangreichere Auseinandersetzung. Versuchen wir es. „Interview mit einem Homöopathen (1)“ weiterlesen

Difficile est satiram non scribere (Juvenal)

Gute Nerven? Dann lest den hier verlinkten Bericht von Joseph Kuhn bei den scienceblogs über eine Podiumsdiskussion im Rahmen einer erneuten Ringvorlesung zur Homöopathie an der LMU München.

Wir wollen uns gar nicht erst darüber aufregen, dass ungeachtet der auch vom INH angestoßenen kritischen Diskussion zum Wintersemester 2016 die LMU  -auch diesmal unter der Regie des Haunerschen Kinderspitals, anscheinend einer Außenstelle der Homöopathie-Lobby – wiederum diese Veranstaltung geschehen lässt. Viel wichtiger erscheint mir, dass der Bericht von Joseph Kuhn ein bezeichnendes, ja grelles Schlaglicht auf die homöopathische Position wirft, wie sie von den großen Proponenten vertreten wird. Wer noch Illusionen gehabt haben sollte, der lese: „Difficile est satiram non scribere (Juvenal)“ weiterlesen

Von toten Pferden und falschen Perspektiven

Könnt ihr euch, liebe Leserinnen und Leser, vorstellen, dass man es manchmal einfach leid ist, immer wieder, entweder zum zighundertsten Mal auf die gleichen oder aber auf wieder neue unhaltbare Fantastereien der homöopathischen Szene einzugehen? Nicht nur auf diesem Blog.Ergebnis: Keinerlei vernünftiger Diskurs in Sicht.

Manchmal ist einem kaum noch bewusst (sollte es aber sein), dass man in Sachen Homöopathie speziell und Pseudomedizin allgemein eigentlich ein totes Pferd bekämpft und versucht, die Reiter  vom Ableben ihres Transportmittels zu überzeugen. Sie simulieren aber lieber weiter vollen Galopp und wiehern dann eben selbst, notfalls keilen sie auch selbst aus. „Von toten Pferden und falschen Perspektiven“ weiterlesen

Wichtige Erinnerung! Dann: Ende der Debatte!

Zentralgebäude der Russischen Akademie – das „Goldene Hirn“

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

mir liegt etwas sehr am Herzen, an das ich heute dringend erinnern möchte. Etwas, dessen enorme Bedeutung für die Homöopathiediskussion mir viel zu sehr untergegangen scheint, obwohl durchaus einschlägig darüber berichtet wurde.  Ich spreche von dem Verdikt, das Anfang des Jahres von der Russischen Akademie der Wissenschaften über die Homöopathie gefällt worden ist.

Der Kernsatz hier noch einmal zum Hinter-die-Ohren-Schreiben:

„Dieses Memorandum stellt fest, dass die wissenschaftliche Gemeinschaft Homöopathie heute als Pseudowissenschaft betrachtet. Ihre Verwendung in der Medizin steht im Gegensatz zu den grundlegenden Zielen der nationalen Gesundheitspolitik, daher sollte ihr öffentlicher Widerstand entgegengesetzt werden.“ „Wichtige Erinnerung! Dann: Ende der Debatte!“ weiterlesen

Schatten und Licht…

… sind heute wieder zu vermelden, und ja, leider mal wieder aus der Impfgegnerszene.

Ich fange mal gleich mit zwei Dingen an, die gemessen an dem, was mir das Internet so Tag für Tag zum Thema Impfgegnerschaft hereinspült, zwar marginal erscheinen mögen, aber in der Tendenz und auch als besondere Einzelfälle für sich sprechen.

 

Die Rhein Main Presse berichtet unter dem 08.06.2017:
„Impfgegnerin doziert im Mainzer Rathaus – Unwissenschaftlicher Vortrag schürt Angst“

Was dort zu lesen ist, zieht einem schon die Schuhe aus.

„Hier trauen sich nicht viele dran“, eröffnet Karin Dorner ihren Vortrag, der sich zu einer Mobilisierung gegen das Impfen inklusive Verschwörungstheorien ausweiten wird. Wer sich aber „herantraut“ ist die Stadt: Dorner steht im Haifa-Saal des Mainzer Rathauses und erklärt zwei Stunden lang, warum Impfen eine tödliche Gefahr sei, Schuld an AIDS, Multipler Sklerose und Kriminalität. „Schatten und Licht…“ weiterlesen

Mehr als traurig.

Die meisten werden es schon erfahren haben: Den ersten Masern-Todesfall in diesem Jahr beklagen wir ausgerechnet in meiner Heimatstadt Essen. Eine Mutter von drei Kindern, 38 Jahre alt, ist an dieser teuflischen Krankheit im Essener Universitätsklinikum verstorben. Sie verfügte offenbar aufgrund nur einer ersten Masernimpfung im Kindesalter nicht über ausreichenden Schutz. In Essen sind inzwischen über 30 Masernfälle gemeldet, eine Verdreifachung in den letzten zwei Wochen. Das Gesundheitsamt geht von einer hohen Dunkelziffer aus. „Mehr als traurig.“ weiterlesen