Homöopathische Forschung für Skeptiker – Folge 1; heute: Indien

Es ist mir schon länger ein Anliegen, meinen Leserinnen und Lesern gelegentlich Einblicke in die homöopathische Forschung zu ermöglichen. Schließlich ist es wichtig, einmal etwas von der wissenschaftlichen Luft zu schnuppern, die uns aus der weltweiten Forschergemeinde der Homöopathen entgegenweht. Keine Angst, alles bleibt einfach und verständlich – weil es im Kern einfach und verständlich ist. Ich möchte auch deutlich machen, wie und wo in Behauptungen und Nachrichten die Schwachstellen auszumachen sind.

Heute beginnen wir mit einem Ausblick in die Zukunft, mit der Nachricht, dass in Indien Forschungsgelder für die homöopathische Krebsforschung bereitgestellt wurden. „Homöopathische Forschung für Skeptiker – Folge 1; heute: Indien“ weiterlesen

Bullshit-Festtags-Bingo: Upgrade

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

ich habe empörte Reaktionen auf meinen gestrigen Beitrag zum Bullshitbingo erhalten. Ja. Es hat mich auch wirklich getroffen.

Wie konnte ich nur ein paar eigentlich unverzichtbare Schlüsselbegriffe der Homöopathie nicht mit vorsehen? Zu entschuldigen allein durch die späte Stunde und durch die Fokussierung auf den Weltkongress der Homöopathie, der mich gestern doch erheblich in feinstoffliche Störschwingungen versetzt hat.

Demzufolge bitte ich, mir das Versäumnis noch einmal nachzusehen und liefere hier einen kleinen Nachtrag. Der Anlass ist ja nach wie vor angemessen – heute ist ja der eigentliche Kongressbeginn terminiert. „Bullshit-Festtags-Bingo: Upgrade“ weiterlesen

Bullshittag!

Etwas spät, aber unumgänglich: Es gilt, den heutigen Tag in besonderer Weise zu würdigen.

Heute, liebe Leserinnen und Leser, wollen wir am Vorabend des großen Ereignisses in ehrfürchtiger Anteilnahme des morgigen offiziellen Beginns des Homöopathische Weltärztekongress 2017 gedenken, unter dem schönen Motto „Networking in Medical Care“.  Wie ich an anderer Stelle vorsichtshalber schon verdeutlicht habe, handelt es sich durchaus nicht um eine Satireveranstaltung, auch nicht um eine Tagung von Medizinhistorikern. Nein, ganz offensichtlich geht es tatsächlich darum, ein weiteres Mal die Homöopathie als ernstzunehmende medizinische Therapie zu feiern und die Darlegung wissenschaftlicher Erkenntnisse zu simulieren. Und sich mit dem „Networking“-Motto unter der falschen Flagge „komplementär“ an die wissenschaftliche Medizin (dort gelegentlich Schulmedizin genannt) heranzuwanzen. „Bullshittag!“ weiterlesen

LMHI – Homöopathie im Dialog

Da gibt’s gar nichts zu grinsen…

Ein derzeit großes Thema behandelt angemessen großartig merdeister bei den Ausrufern: Den 72. Homöopathischen Weltärztekongress in Leipzig 2017. Eine ganze Artikelserie steht dort zum Gruseln bereit. Mit Dank dafür, dass ich dazu nicht selbst groß etwas schreiben muss, verlinke ich hiermit den aktuellen Artikel, der eine Gesamtschau der Causa darstellt und der gleichzeitig zu den vorausgegangenen Artikeln verlinkt, die sich mit den Abstracts zum „Kongress“ befassen:

LMHI – Homöopathie im Dialog

Wichtige Erinnerung! Dann: Ende der Debatte!

Zentralgebäude der Russischen Akademie – das „Goldene Hirn“

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

mir liegt etwas sehr am Herzen, an das ich heute dringend erinnern möchte. Etwas, dessen enorme Bedeutung für die Homöopathiediskussion mir viel zu sehr untergegangen scheint, obwohl durchaus einschlägig darüber berichtet wurde.  Ich spreche von dem Verdikt, das Anfang des Jahres von der Russischen Akademie der Wissenschaften über die Homöopathie gefällt worden ist.

Der Kernsatz hier noch einmal zum Hinter-die-Ohren-Schreiben:

„Dieses Memorandum stellt fest, dass die wissenschaftliche Gemeinschaft Homöopathie heute als Pseudowissenschaft betrachtet. Ihre Verwendung in der Medizin steht im Gegensatz zu den grundlegenden Zielen der nationalen Gesundheitspolitik, daher sollte ihr öffentlicher Widerstand entgegengesetzt werden.“ „Wichtige Erinnerung! Dann: Ende der Debatte!“ weiterlesen

Schatten und Licht…

… sind heute wieder zu vermelden, und ja, leider mal wieder aus der Impfgegnerszene.

Ich fange mal gleich mit zwei Dingen an, die gemessen an dem, was mir das Internet so Tag für Tag zum Thema Impfgegnerschaft hereinspült, zwar marginal erscheinen mögen, aber in der Tendenz und auch als besondere Einzelfälle für sich sprechen.

 

Die Rhein Main Presse berichtet unter dem 08.06.2017:
„Impfgegnerin doziert im Mainzer Rathaus – Unwissenschaftlicher Vortrag schürt Angst“

Was dort zu lesen ist, zieht einem schon die Schuhe aus.

„Hier trauen sich nicht viele dran“, eröffnet Karin Dorner ihren Vortrag, der sich zu einer Mobilisierung gegen das Impfen inklusive Verschwörungstheorien ausweiten wird. Wer sich aber „herantraut“ ist die Stadt: Dorner steht im Haifa-Saal des Mainzer Rathauses und erklärt zwei Stunden lang, warum Impfen eine tödliche Gefahr sei, Schuld an AIDS, Multipler Sklerose und Kriminalität. „Schatten und Licht…“ weiterlesen

Mehr als traurig.

Die meisten werden es schon erfahren haben: Den ersten Masern-Todesfall in diesem Jahr beklagen wir ausgerechnet in meiner Heimatstadt Essen. Eine Mutter von drei Kindern, 38 Jahre alt, ist an dieser teuflischen Krankheit im Essener Universitätsklinikum verstorben. Sie verfügte offenbar aufgrund nur einer ersten Masernimpfung im Kindesalter nicht über ausreichenden Schutz. In Essen sind inzwischen über 30 Masernfälle gemeldet, eine Verdreifachung in den letzten zwei Wochen. Das Gesundheitsamt geht von einer hohen Dunkelziffer aus. „Mehr als traurig.“ weiterlesen

Flut der Pseudowissenschaft – ein Tidenstandsbericht

Der verdienstvolle David Gorski hat heute (22. Mai) auf sciencebasedmedicine.org einen ausführlichen Artikel veröffentlicht, der sich mit der schleichenden Ausbreitung pseudomedizinischen Unsinns in der (bislang) wissenschaftsbasierten Szene befasst. Er verdeutlicht dies im Besonderen an der Öffnung des British Medical Journal, eigentlich stets einer Bastion der Wissenschaftlichkeit,  für lang und breit ausgetretene pseudomedizinische „Forschung“. „Flut der Pseudowissenschaft – ein Tidenstandsbericht“ weiterlesen