“Umstrittene” Homöopathie – gibt es eine Kontroverse, wenn ja, welche?

In engem Zusammenhang mit meinen beiden letzten (vermutlich ermüdenden) Beiträgen zu Evidenzbasierter Medizin und Homöopathie möchte ich heute noch eine andere Facette des im Grunde gleichen Themas erörtern.

Es endet wohl nie, dass Homöopathie in den Medien und in Diskussionen als “umstritten” gelabelt wird. Ich gebe zu, dass das bei mir einen sofortigen Abwehr- und Widerspruchsreflex hervorruft. Aber lassen wir uns einmal darauf ein und wehren nicht gleich ab. Offenbar wird ja eine “Kontroverse” wahrgenommen. Dann wäre als nächstes die Frage: um was für eine Kontroverse handelt es sich? Ist sie legitim, falsch oder womöglich gar irrelevant? Was wäre die richtige Antwort? Gehen wir mal systematisch  an die Sache heran. „“Umstrittene” Homöopathie – gibt es eine Kontroverse, wenn ja, welche?“ weiterlesen

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Grünes Grundsatzprogramm – auf Distanz zur Homöopathie?

Es ist zwar schon ein Weilchen her und aufgrund so mancher Aktualitäten ein wenig untergegangen, soll aber hier auf dem Blog nicht unbeachtet bleiben:

Der Bundesparteitag von Bündnis 90 / Die Grünen hat am 22.11.2020 ein neues Grundsatzprogramm beschlossen, in dem u.a. die gesundheitspolitischen Ziele der Partei niedergelegt sind, denen ein Beschluss des Bundesvorstandes zur Gesundheitspolitik zugrunde liegt. Die FAZ titelte: “Grüne gehen auf Distanz zu Homöopathie” – dem “Homöopathie-Kompromiss” sei eine “nicht ganz einfacher Prozess” vorangegangen, habe Bundesgeschäftsführer Michael Kellner erklärt. Krankenkassen, so heißt es weiter aus dem Munde von Herrn Kellner, sollen nach dem Willen der Grünen nur noch Leistungen übernehmen, „deren Wirksamkeit wissenschaftlich erwiesen ist“. Das mit dem nicht ganz  einfachen Prozess glaube ich gern. Den Rest wollen wir nachfolgend näher betrachten. „Grünes Grundsatzprogramm – auf Distanz zur Homöopathie?“ weiterlesen

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Evidenzbasierte Medizin und Homöopathie (II) -Den Horizont erweitern

Wir haben im ersten Teil dieses Beitrags gesehen, wie sehr die Pseudomedizin davon profitiert, dass sich die evidenzbasierte Medizin weithin auf den reinen empirischen Outcome konzentriert – und dass dies zwar eine unter vielen Aspekten hervorragende Idee ist, aber eben keine Beurteilung einer Evidenz in einer wissenschaftlichen Gesamtschau leistet. Sie ist eine notwendige, aber nach Ansicht vieler keine zwingend hinreichende Bedingung für die Begründung von Evidenz. „Evidenzbasierte Medizin und Homöopathie (II) -Den Horizont erweitern“ weiterlesen

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Evidenzbasierte Medizin und Homöopathie (I) – Die “reine Empirie”

Wir beginnen mit einem Zitat (es werden noch mehr folgen):

“Ich möchte an dieser Stelle nur darauf hinweisen, dass die durchweg wissenschaftlich ausgebildeten Verfasser “positiver” homöopathischer Studien ein grundsätzlich taugliches wissenschaftliches Werkzeug unter Ausnutzung dessen Schwachstellen diskreditieren. Ein aus wissenschaftlicher Sicht nicht zu akzeptierendes Verhalten.”

So der stets auf den Punkt zielende Excanwahn auf seinem Bullshit-Blog. Genau darum soll es in diesem Beitrag gehen. Durchaus nicht ohne konkreten Anlass: „Evidenzbasierte Medizin und Homöopathie (I) – Die “reine Empirie”“ weiterlesen

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Was ist die “schlimmste” Homöopathie?

Ich will es euch verraten.

Zuerst kommt die “Behandlung” von kranken Kindern  mit unwirksamen Zuckerkugeln.

Danach kommt, gesunde Kinder mit Globuli-Scheinmedizin vollzustopfen, ihnen damit die Möglichkeit zu rauben, ein gesundes Körpergefühl und ein Empfinden dafür zu entwickeln, wo Befindlichkeit aufhört und Krankheit beginnt und sie womöglich lebenslang auf den Griff zum Mittelchen “in allen Lebenslagen” zu konditionieren.

Als drittes kommt bei mir die Tierhomöopathie. Ihr merkt schon, welche Kriterien ich für das Ranking zugrunde lege: die der fehlenden Möglichkeit der Selbstbestimmung, dem Ausgeliefertsein an pseudomedizinische Verblendung.

Danach kommt noch so einiges mehr. Aber heute wenden wir ums einmal einem besonderen Aspekt der Tierhomöopathie, einem speziellen Auswuchs der Kategorie III, zu. „Was ist die “schlimmste” Homöopathie?“ weiterlesen

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Si tacuisses …

Vor Kurzem erschien auf einer Webseite des Zentralvereins homöopathischer Ärzte ein Interview (natürlich mit einem hochrangigen Vertreter des Zentralvereins homöopathischer Ärzte). Darin wird die derzeit grassierende Missachtung der Hahnemannschen Lehre bejammert und die Verantwortung für diese beklagenswerte Situation den Skeptikern und Kritikern zugeschrieben. (Zuviel der Ehre.) Diesen kritischen Skeptikern wird so ziemlich alles abgesprochen, was man jemandem, dessen Position man nicht zu akzeptieren imstande ist, nur absprechen kann. Was schert mich die Botschaft, ich steinige den Überbringer! Den Versuch, das in eine Hülle von Satire und Ironie zu verpacken, halte ich für traurig gescheitert. Kaum wert, dazu ein Wort zu verlieren, der Text ist nach meiner Einschätzung selbstdiskreditierend und zeigt lediglich auf, wie tief sich Homöopathen – auch und gerade die ärztlichen – inzwischen in ihre Filterblase zurückgezogen haben.

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Bodensatz der Verblendung – das Update

Es geht um Covid. Lasst uns mal gleich mit Zitaten anfangen.

Auf Bryonia/Stannum besserte sich der Zustand schnell, waren fast alle Symptome nach drei Tagen der Einnahme nahezu verschwunden und sie selber erstaunt ob der Wirkung. Ähnlich erging es anderen.“

Oft habe sich schon nach den ersten zwei Gaben der Husten gelindert, die Geschmacksstörungen oder der Geruchssinn gebessert, die Last von der Lunge gelegt und die Post-Corona-Schwäche zügig verbessert.

Nur selten seien andere Heilmittel vonnöten gewesen. Dabei habe bei Schwäche in Verbindung mit starken Kopfschmerzen noch das homöopathische Mittel Chininum arsenicoscum D12 besonders geholfen und bei nächtlichem Husten und Alpträumen Cuprum arsenicosum D12 (Schüssler Salz Nr. 19). Überhaupt könnten bei Covid-19 Arsenverbindungen sinnvoll sein, denn Arsen helfe immer bei Ängsten, die gerade in diesen Zeiten erstaunlich viele Menschen haben.

Zinn (Stannum) sei in der Therapie wenig bekannt, noch weniger die Verbindung mit Bryonia. Aus der homöopathischen Erfahrung sei aber gerade Zinn bei enormer Erschöpfung in Verbindung mit schweren Lungenerkrankungen sowie Geschmacks- und Geruchsstörungen – drei zentralen Symptomen von Corona – wirksam.

Bryonia hingegen sei das Mittel schlechthin für den schmerzhaften Husten und Kopfschmerz. „Faktisch ist mit dieser Kombination eine erste Arznei zumindest für die Folgen einer Corona-Erkrankung gefunden.“

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Hightech-Medizin und homöopathische Sandkastenspiele (2)

Heute mal ein Video zum Thema – unter 4 min

Es ist mal wieder an der Zeit, die Entfernungen zu dokumentieren, die die Homöopathie vom wissenschaftlichen Fortschritt in der Medizin trennen. Sonst glaubt hinterher tatsächlich noch einer, Verdunstungsrückstände von Wasser, in dem irgendwann mal Reste irgendeiner Ursubstanz enthalten waren, hätten eine medizinische Wirkung.

Wisst ihr, was das Problem der Proteinfaltung ist?

Proteine sind organische Makromoleküle, also winzige, aber als solche doch ziemlich große Dinger, die aus der Verkettung von Aminosäuren bestehen und von Peptiden (selbst so eine Art Mini-Proteine) zusammengehalten werden. Gibts überall in den organischen Lebewesen. Sie sind so eine Art Schweizer Messer der biologischen Funktionen. Zum Einstieg sei das heute anstelle eines Bildes oben verlinkte Kurzvideo sehr empfohlen.

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