“Umstrittene” Homöopathie – gibt es eine Kontroverse, wenn ja, welche?

In engem Zusammenhang mit meinen beiden letzten (vermutlich ermüdenden) Beiträgen zu Evidenzbasierter Medizin und Homöopathie möchte ich heute noch eine andere Facette des im Grunde gleichen Themas erörtern.

Es endet wohl nie, dass Homöopathie in den Medien und in Diskussionen als “umstritten” gelabelt wird. Ich gebe zu, dass das bei mir einen sofortigen Abwehr- und Widerspruchsreflex hervorruft. Aber lassen wir uns einmal darauf ein und wehren nicht gleich ab. Offenbar wird ja eine “Kontroverse” wahrgenommen. Dann wäre als nächstes die Frage: um was für eine Kontroverse handelt es sich? Ist sie legitim, falsch oder womöglich gar irrelevant? Was wäre die richtige Antwort? Gehen wir mal systematisch  an die Sache heran.

 

Wenn ein wissenschaftliches Thema in den Öffentlichkeitsmedien oder in der Politik als “kontrovers”, “umstritten” oder ähnlich  dargestellt wird, kann es sich um sehr verschiedene Dinge handeln.


Bei einer grundlegenden wissenschaftlichen Kontroverse sind  Wissenschaftler sich über eine zentrale Hypothese oder Theorie uneinig. Was bedeutet hier “zentral”? Wenn man sich wissenschaftliches Wissen als ein vielfach verbundenes Netzwerk von “Ideen” (der Gesamtheit der verschiedenen Formen wissenschaftlicher Erkenntnis) vorstellt, stehen Theorien und Hypothesen im Zentrum des Netzes und sind mit vielen anderen Elementen verbunden. Eine Kontroverse über eine dieser zentralen “Ideen” hat also das Potenzial, den Stand des wissenschaftlichen Wissens einigermaßen fundamental zu erschüttern.

Ein Beispiel für solche Kontroversen sind manche Modelle der Astrophysik, die sich (derzeit) einer experimentellen Bestätigung nicht zugänglich zeigen, wie die Stringtheorie(n) oder auch die Natur der “dunklen Materie” oder auch zu der Frage, ob die “dunkle Energie” wirklich für die beobachtete beschleunigte Ausdehnung des Universums verantwortlich ist..

Sekundäre wissenschaftliche Kontroversen sind dort zu finden,  wo sich Wissenschaftler über einen weniger zentralen Aspekt einer wissenschaftlichen Idee uneinig sind. Das können durchaus Kontroversen über bedeutungsvolle Details innerhalb eines Theoriegebäudes sein, deren Beantwortung aber nicht die grundlegende Theorie erschüttern würde. So gibt es zahlreiche Kontroversen unter Evolutionsbiologen über Details der Theorie, die gleichwohl als solche zu den bestbestätigten gehört, die die Wissenschaft kennt. (Womit ich nicht “Kontroversen” mit Kreationisten und Intelligent-Design-Vertretern meine.) Die Wissenschaftler auf beiden Seiten des kontroversen Problems sind sich einig über die gleichen Grundprinzipien der Evolutionstheorie.


Ein Methodenkonflikt stellt wieder eine andere Abstufung dar:   Meinungsverschiedenheiten innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft oder der Gesellschaft im Allgemeinen (man merke: hier geht es über die wissenschaftliche Gemeinschaft hinaus) über die Angemessenheit einer für die wissenschaftliche Forschung verwendeten Methode. Beispielsweise haben viele Menschen Bedenken hinsichtlich der ethischen Vertretbarkeit der Stammzellenforschung, die sich auf menschliche embryonale Stammzellen stützt. Bei diesen Bedenken geht es nicht um einen Konflikt um wissenschaftliche Erkenntnisse, sondern um die Frage, was die ethischen Kriterien zum Erlangen bzw. Erweitern dieser Erkenntnisse sein sollen.


Dies wiederum ist zu unterscheiden von Konflikten um Anwendungen 
wissenschaftlicher Erkenntnisse. Ein geradezu klassisches Beispiel ist die Kontroverse um die Nutzung der Kernkraft zur Energiegewinnung. Es gibt zwar innerhalb der Nuklearwissenschaft auch “sekundäre Kontroversen” – siehe oben – über einzelne Aspekte, aber das ist hier nicht gemeint. Der Konflikt um Anwendungen bezieht sich nicht auf den wissenschaftlichen Gehalt der “Idee”, sondern darauf, wie solche Ideen in der Praxis angewandt werden sollten.


Konflikte zwischen wissenschaftlichen “Ideen” und nicht-wissenschaftlicher Sichtweise sind etwa Dinge wie die Junge-Erde-Theorie oder auch die Position der sogenannten Flat-Earther. Dies sind Konflikte über wissenschaftliche Erkenntnisse, aber kein Konflikt innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft. Was, wie wir sehen werden, gut unterschieden werden sollte..


Echte wissenschaftliche Kontroversen (die ersten beiden Topics) sind nicht nur ok, sondern sogar essenziell. Sie drehen sich darum, wie Daten interpretiert werden sollten, welche Ideen durch die verfügbaren Belege am besten gestützt werden und welche Ideen es wert sind, weiter untersucht zu werden. Diese Kontroversen sind der Katalysator für den wissenschaftlichen Fortschritt. Das gilt jedenfalls nicht uneingeschränkt für die anderen Arten von Kontroversen, die für den wissenschaftlichen Fortschritt auch kontraproduktiv sein können.


Und nun die Gretchenfrage: Wo ist hier die “Kontroverse” über die Homöopathie einzuordnen, die ständig zu der Sentenz von der “umstrittenen Methode” führt?

Die Antwort wird für den durchschnittlichen Rezipienten dadurch massiv erschwert, dass die homöopathische Lobby darauf bedacht ist, ihrer Methode ein wissenschaftlich anmutendes Mäntelchen umzuhängen, eine Wissenschaftsmimikry-Show abzubrennen, mittels Forschungspublikationen, Therapiemodellen, Pseudo-Qualifikationen, der Adaption wissenschaftlicher Terminologie und dergleichen. Und das verfehlt ganz offenbar den Eindruck auf das mit wissenschaftlichen Grundannahmen, ja dem Wissenschaftsbegriff selbst nicht vertraute Publikum nicht. Nicht einmal auf Teile der Ärzteschaft und der professionellen Pharmazie. Von politischen Entscheidungsträgern ganz zu schweigen. Hier hat der stete Tropfen in der Tat den Stein gehöhlt.

Vor diesem Hintergrund scheint die Homöopathie-Lobby darauf abzuzielen, die “Kontroverse” einer der obersten Kategorien zuzuordnen, mit dem zentralen Ziel, die “Kontroverse” nach außen hin als “ergebnisoffen”, ja “sinnvoll”, vor allem aber als “wissenschaftlichen Diskurs” zu präsentieren.

Äh … ja. Aber wo wollen sie denn da hin? Kategorie zwei? Soll es um “bedeutungsvolle Details innerhalb eines Theoriegebäudes” gehen, also innerhalb der medizinischen Wissenschaft? Um die Diskussion darum, ob die Pharmazie unvollständig sei, weil die Homöopathie eine spezifische Arzneimitteltherapie mittels “geistartiger Kräfte” lehre, die auf stoffliche Träger nicht angewiesen sei? Oder gar in die Kategorie 1?

Hier kommen wir zum “Eingemachten”. Wie schon öfter, greife ich zur Verdeutlichung auf das klare Statement der Russischen Akademie der Wissenschaften vom Februar 2017 zurück:

“Die Gesamtschau der Fakten … über die Ergebnisse der klinischen Studien bis zu den modernen wissenschaftlichen Vorstellungen über die Struktur der Materie, den chemischen Grundlagen der intermolekularen Wechselwirkungen und der menschlichen Physiologie – ermöglicht uns die Schlussfolgerung, dass die theoretischen Grundlagen der Homöopathie keinen wissenschaftlichen Sinn haben.”

Wie schon die Schlussfolgerung der Russischen Akademie ( … keinen wissenschaftlichen  Sinn haben) sehr deutlich zeigt, kann aus einer solchen Schräglage keine irgendwie mit der Wissenschaft zusammenhängende “Kontroverse” abgeleitet werden. Weder eine der Kategorie 2 noch gar eine der Kategorie 1. Es sei denn, man würde als strittig auf diesen Ebenen z.B. anerkennen, dass die physikalische Beschreibung von Wechselwirkungen auf materielle Interaktionen gründet. Das würde für den Bereich der Pharmazie gleich auch noch Paul Ehrlichs Postulat des „Corpora nun agunt nisi fixata“ umstoßen, d.h. dass Körper (Stoffe) nicht wirken, wenn sie nicht an ein “Ziel” gebunden werden – wozu sie allerdings erst einmal vorhanden sein müssen. Der Grundstein der pharmazeutischen Wissenschaft …

Ich bin mir bewusst, dass ich an dieser Stelle das Problem der Scheidegrenze zwischen Wissenschaft und Pseudowissenschaft (das sogenannte Demarkationsproblem) anschneide, wenn ich sage, dass insofern die Positionen der Homöopathie nicht innerhalb des Wissenschaftssystems und damit nicht innerhalb der ersten beiden Kategorien verortet werden können. Vordergründig mag die Frage berechtigt sein, warum denn die Postulate der Homöopathie, z.B. dass wirkstoffreie Substanzen gezielt und reproduzierbar physiologische Wirkungen hervorrufen sollen, nicht als (grundlegende) wissenschaftliche Kontroverse angesehen werden sollten. Dabei handelt es sich aber nicht um eine Frage etwa von “Toleranz”. Ein solches Zugeständnis würde aber bedeuten, dass man in Beliebigkeit abgleitet, man einer völligen Entgrenzung von “Erkenntnis” das Wort redet. Zu diesem Thema sei auf meinen einschlägigen Beitrag bei “Die Erde ist keine Scheibe” verwiesen. Eine solche “Öffnung” würde die Axt an die  Wurzeln der Wissenschaft legen, weil sie die ontologische Grundlage jeder sinnvollen Naturwissenschaft, den (schwachen) Naturalismus, negiert.

Über einen kleinen Umweg kommen wir auch ohne große wissenschaftstheoretische Rechtfertigung weiter. Müssten wir dann nicht auch die Junge-Erde-Fans und irgendwie auch die Kreationisten in die Kategorie 1 einordnen? Man liegt schon ganz richtig, wenn man das als Absurdität empfindet, als völlige Entgrenzung des Erkenntnisbegriffs, der ja nichts anderes bedeutet als das Vorliegen “belegbarer Ergebnisse”. Ja, es gibt auch Proponenten der Homöopathie, die einer solchen Entgrenzung das Wort reden. Entweder über eine Diskreditierung des gültigen Wissenschafts- oder Erkenntnisbegriffs oder in dem (vergeblichen) Bemühen, einem “nach oben offen”, also letztlich einer Entgrenzung hin zu jedweder Spekulation, so wortreich wie inkonsistent wissenschaftlichen Background zu verschaffen. Ein Beispiel für letzteres sind etwa die Bemühungen von Prof. Harald Walach.

Nein. Die “Kontroverse um die Homöopathie” gehört  in die Kategorie 5, zu den Auseinandersetzungen zwischen wissenschaftlichen (gesicherten und belegten) und nicht-wissenschaftlichen (unbelegten, logisch und empirisch unbestätigten) Positionen.  Trotz aller Bemühungen der Homöopathie, auf dem wissenschaftlichen Schachbrett mitzuziehen. Mit der 33. Figur – das fällt auf.


Und wie ist das nun mit dem “umstritten”? Nun, das Wort ist ja nicht unbedingt falsch gewählt, natürlich ist die Homöopathie “umstritten”. Aber in einer anderen Weise, als sich so mancher Zeitungsleser oder Fernsehzuschauer das vorstellen mag – und leider wohl auch noch so mancher Journalist. Umstritten ist sie im Sinne einer Kontoverse zwischen Wissenschaft und Pseudowissenschaft. Also hinsichtlich ihrer Phänomenologie, ihrer Erscheinungsform in der Wirklichkeit, aber nicht hinsichtlich eines wissenschaftlichen Gehaltes, den es womöglich noch zu erkunden gäbe. Vielleicht spricht sich das ja mal herum und führt zu einer etwas differenzierten Darstellung von “umstritten”. Insofern als Schlusswort noch einmal die Russische Akademie der Wissenschaften:

“Die Fortexistenz der Homöopathie trotz des Fehlens von zuverlässigen wissenschaftlichen Beweisen für ihre Wirksamkeit über mehr als zwei Jahrhunderte hinweg wird auch durch die Tatsache erklärbar, dass ständig der Anspruch erhoben wurde, es gebe angeblich anwendbare wissenschaftliche Ansätze zu erkunden. Der Abgleich des „externen Szientismus“ der Homöopathie auf der einen Seite mit dem gemeinsamen System der heutigen gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnis auf der anderen Seite ermöglicht es uns aber, die Homöopathie als eine pseudo- wissenschaftliche Disziplin zu qualifizieren.”


So, das wars für heute. Am besten mal sacken lassen und sich dann die Frage stellen, was sich unsere Gesundheitspolitiker eigentlich dabei denken, der Homöopathie nach wie vor ihren Schutzschirm im Arzneimittelgesetz zu erhalten.


Danke an die Edu-Seiten der Berkeley-University, denen ich die Anregung zur “Kontroversen-Hierarchie” verdanke.


Bild von Clker-Free-Vector-Images auf Pixabay


 

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Evidenzbasierte Medizin und Homöopathie (II) -Den Horizont erweitern

Wir haben im ersten Teil dieses Beitrags gesehen, wie sehr die Pseudomedizin davon profitiert, dass sich die evidenzbasierte Medizin weithin auf den reinen empirischen Outcome konzentriert – und dass dies zwar eine unter vielen Aspekten hervorragende Idee ist, aber eben keine Beurteilung einer Evidenz in einer wissenschaftlichen Gesamtschau leistet. Sie ist eine notwendige, aber nach Ansicht vieler keine zwingend hinreichende Bedingung für die Begründung von Evidenz. „Evidenzbasierte Medizin und Homöopathie (II) -Den Horizont erweitern“ weiterlesen

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Evidenzbasierte Medizin und Homöopathie (I) – Die “reine Empirie”

Wir beginnen mit einem Zitat (es werden noch mehr folgen):

“Ich möchte an dieser Stelle nur darauf hinweisen, dass die durchweg wissenschaftlich ausgebildeten Verfasser “positiver” homöopathischer Studien ein grundsätzlich taugliches wissenschaftliches Werkzeug unter Ausnutzung dessen Schwachstellen diskreditieren. Ein aus wissenschaftlicher Sicht nicht zu akzeptierendes Verhalten.”

So der stets auf den Punkt zielende Excanwahn auf seinem Bullshit-Blog. Genau darum soll es in diesem Beitrag gehen. Durchaus nicht ohne konkreten Anlass: „Evidenzbasierte Medizin und Homöopathie (I) – Die “reine Empirie”“ weiterlesen

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Hightech-Medizin und homöopathische Sandkastenspiele (2)

Heute mal ein Video zum Thema – unter 4 min

Es ist mal wieder an der Zeit, die Entfernungen zu dokumentieren, die die Homöopathie vom wissenschaftlichen Fortschritt in der Medizin trennen. Sonst glaubt hinterher tatsächlich noch einer, Verdunstungsrückstände von Wasser, in dem irgendwann mal Reste irgendeiner Ursubstanz enthalten waren, hätten eine medizinische Wirkung.

Wisst ihr, was das Problem der Proteinfaltung ist?

Proteine sind organische Makromoleküle, also winzige, aber als solche doch ziemlich große Dinger, die aus der Verkettung von Aminosäuren bestehen und von Peptiden (selbst so eine Art Mini-Proteine) zusammengehalten werden. Gibts überall in den organischen Lebewesen. Sie sind so eine Art Schweizer Messer der biologischen Funktionen. Zum Einstieg sei das heute anstelle eines Bildes oben verlinkte Kurzvideo sehr empfohlen.

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Das Heu im Nadelhaufen?

Vernebelt

In jüngster Zeit sind mir wieder Studien bzw. gar zusammenfassende Arbeiten aus dem homöopathischen Universum zu Augen gekommen, die unverdrossen das Lied der Wirksamkeit, ja gar der evidenzbasierten Homöopathie singen. Business as usual, ja. Aber irgendwann…

Gleich zu Beginn die ketzerische Frage: Wozu machen Homöopathen eigentlich ihre Studien? Scheren sie sich um deren wissenschaftliche Bewertung? Nehmen sie zur Kenntnis, dass ihre “Ergebnisse” keinerlei Auswirkungen auf die medizinische Praxis außerhalb des homöopathischen Universums haben? Ja, ziehen sie überhaupt selbst Konsequenzen aus den Ergebnissen ihrer eigenen Studien und Reviews?

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Homöopathie – was für einen Diskurs führen wir eigentlich?

Dumme Frage? Keineswegs.

Die wissenschaftsbasierte Homöopathiekritik des Informationsnetzwerk Homöopathie und seines Umfeldes hat in den letzten Jahren in nie dagewesenem Umfang die Argumente dargelegt, die die Homöopathie nach dem Urteil der Mehrheit der weltweiten Wissenschaft als eine medizinisch irrelevante Scheintherapie qualifizieren. Dabei wurden zwei Ziele verfolgt: Aufklärung der über Jahrzehnte hinweg des- und fehlinformierten Öffentlichkeit über den wirklichen medizinisch-wissenschaftlichen Stellenwert der Homöopathie und Kritik an den verfestigten Strukturen, die die Homöopathie seit Jahrzehnten derart begünstigen, ja privilegieren, dass sie bislang ihre Position im öffentlichen Gesundheitswesen unangefochten erhalten konnte. „Homöopathie – was für einen Diskurs führen wir eigentlich?“ weiterlesen

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Von der Neugier zur Langeweile – Prof. Paul Glasziou zum NHRMC-Review

Reviews – Looking behind the Doors

Der größte Hoax, den Homöopathen (bis auf die Homöopathie selbst) jemals losgetreten haben, ist wohl das jahrelange Schmierentheater um den angeblich unterdrückten “ersten Bericht” des australischen NHMRC, der dem offiziellen Bericht von 2015 vorausgegangen und in der Tonne gelandet sei, weil er angeblich positiv für die Homöopathie ausgefallen war. Nachdem der NHMRC den “First Draft” vor einem Jahr dann veröffentlichte, um dem Unsinn ein Ende zu machen, gab es zunächst weltweit groteske Fehldeutungen und Jubel in der homöopathischen Szene (drastische Demonstrationen des confirmation bias), bis das Ganze dann nach und nach sozusagen verdunstete. „Von der Neugier zur Langeweile – Prof. Paul Glasziou zum NHRMC-Review“ weiterlesen

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Was macht die Homöopathie zum großen Problem?

Der Drache des confirmation bias vor der Höhle der rationalen Erkenntnis

Vor kurzem postete das Informationsnetzwerk Homöopathie in den Sozialen Medien:

“Homöopathiekritik ist weder Hass noch Hetze.
Es ist einfach eine rationale Kritik an einer irrationalen Methode”.

Besser und kürzer kann man viele Aspekte des Umgangs mit der Homöopathie gleichzeitig wohl kaum auf den Punkt bringen. Und in der Tat braucht man es eigentlich auch gar nicht.

Die Homöopathie selbst wird fortexistieren, ein Aspekt, den jeder ernsthafte Homöopathiekritiker nicht bestreiten, ja, als Selbstverständlichkeit akzeptieren wird. Es wäre von daher seinerseits irrational, etwa ihre “Abschaffung” oder gar ein “Verbot” zu fordern und ein solches unsinniges Ziel gar mit “Hass” und “Hetze” zu verfolgen. Solches wird man deshalb in den Stellungnahmen von ernstzunehmenden, auf wissenschaftlichem Fundament stehenden Kritikern nirgends finden. Diese zielen auf die verzerrte Wahrnehmung und die ungerechtfertigte Rolle der Homöopathie in der Gegenwart ab, insbesondere auf ihre Position innerhalb von Medizin und Gesundheitswesen und den falschen Wissenschaftlichkeitsanspruch. „Was macht die Homöopathie zum großen Problem?“ weiterlesen

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