Was ist die “schlimmste” Homöopathie?

Ich will es euch verraten.

Zuerst kommt die “Behandlung” von kranken Kindern  mit unwirksamen Zuckerkugeln.

Danach kommt, gesunde Kinder mit Globuli-Scheinmedizin vollzustopfen, ihnen damit die Möglichkeit zu rauben, ein gesundes Körpergefühl und ein Empfinden dafür zu entwickeln, wo Befindlichkeit aufhört und Krankheit beginnt und sie womöglich lebenslang auf den Griff zum Mittelchen “in allen Lebenslagen” zu konditionieren.

Als drittes kommt bei mir die Tierhomöopathie. Ihr merkt schon, welche Kriterien ich für das Ranking zugrunde lege: die der fehlenden Möglichkeit der Selbstbestimmung, dem Ausgeliefertsein an pseudomedizinische Verblendung.

Danach kommt noch so einiges mehr. Aber heute wenden wir ums einmal einem besonderen Aspekt der Tierhomöopathie, einem speziellen Auswuchs der Kategorie III, zu. „Was ist die “schlimmste” Homöopathie?“ weiterlesen

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Si tacuisses …

Vor Kurzem erschien auf einer Webseite des Zentralvereins homöopathischer Ärzte ein Interview (natürlich mit einem hochrangigen Vertreter des Zentralvereins homöopathischer Ärzte). Darin wird die derzeit grassierende Missachtung der Hahnemannschen Lehre bejammert und die Verantwortung für diese beklagenswerte Situation den Skeptikern und Kritikern zugeschrieben. (Zuviel der Ehre.) Diesen kritischen Skeptikern wird so ziemlich alles abgesprochen, was man jemandem, dessen Position man nicht zu akzeptieren imstande ist, nur absprechen kann. Was schert mich die Botschaft, ich steinige den Überbringer! Den Versuch, das in eine Hülle von Satire und Ironie zu verpacken, halte ich für traurig gescheitert. Kaum wert, dazu ein Wort zu verlieren, der Text ist nach meiner Einschätzung selbstdiskreditierend und zeigt lediglich auf, wie tief sich Homöopathen – auch und gerade die ärztlichen – inzwischen in ihre Filterblase zurückgezogen haben.

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Bodensatz der Verblendung – das Update

Es geht um Covid. Lasst uns mal gleich mit Zitaten anfangen.

Auf Bryonia/Stannum besserte sich der Zustand schnell, waren fast alle Symptome nach drei Tagen der Einnahme nahezu verschwunden und sie selber erstaunt ob der Wirkung. Ähnlich erging es anderen.“

Oft habe sich schon nach den ersten zwei Gaben der Husten gelindert, die Geschmacksstörungen oder der Geruchssinn gebessert, die Last von der Lunge gelegt und die Post-Corona-Schwäche zügig verbessert.

Nur selten seien andere Heilmittel vonnöten gewesen. Dabei habe bei Schwäche in Verbindung mit starken Kopfschmerzen noch das homöopathische Mittel Chininum arsenicoscum D12 besonders geholfen und bei nächtlichem Husten und Alpträumen Cuprum arsenicosum D12 (Schüssler Salz Nr. 19). Überhaupt könnten bei Covid-19 Arsenverbindungen sinnvoll sein, denn Arsen helfe immer bei Ängsten, die gerade in diesen Zeiten erstaunlich viele Menschen haben.

Zinn (Stannum) sei in der Therapie wenig bekannt, noch weniger die Verbindung mit Bryonia. Aus der homöopathischen Erfahrung sei aber gerade Zinn bei enormer Erschöpfung in Verbindung mit schweren Lungenerkrankungen sowie Geschmacks- und Geruchsstörungen – drei zentralen Symptomen von Corona – wirksam.

Bryonia hingegen sei das Mittel schlechthin für den schmerzhaften Husten und Kopfschmerz. „Faktisch ist mit dieser Kombination eine erste Arznei zumindest für die Folgen einer Corona-Erkrankung gefunden.“

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Akupunktur – mal wieder eine Selbstdemontage

Kein weiterer Kommentar.

Bei Univadis ist ein Beitrag zu einer (weiteren) Akupunktur-Studie aus China erschienen, in dem darüber gerätselt wird, warum bloß in dieser Arbeit so signifikante Unterschiede zwischen Kontroll- und Behandlungsgruppe zugunsten der Letzteren ausgewiesen werden. Das weckt ein durchaus berechtigtes Misstrauen. Aber die rein medizinstatistisch-numerische Betrachtung des Outcomes führt die Hardcore-Evidenzler und die Medizinstatistiker leicht in den Wald, in dem man die Bäume nicht mehr sieht. „Akupunktur – mal wieder eine Selbstdemontage“ weiterlesen

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Fake-Homöopathie-Fake

In Russland gibt es eine Firma namense OOO NPF Materia Medica Holding, unter Führung eines gewissen Oleg Epstein, die homöopathische Produkte herstellt. Wie nun offenbar wurde, stellte Epstein gleich auch die für diese Produkte passenden Veröffentlichungen in wissenschaftlichen Journalen mit her. Und nicht nur das.

2018 hat PLOS ONE (Public Library of Science, ein Open-Access-Online-Journal) eine Arbeit von Epstein et al. mit dem Titel “Novel approach to activity evaluation for release-active forms of anti-interferon-gamma antibodies based on enzyme-linked immunoassay” zurückgezogen. Für den Nichtfachmann ein Buch mit sieben Siegeln, dieser Titel. Jedoch, die Erklärung zum Retract von PLOS ONE hatte es in sich:

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Ein Einzelfall! – Ein Einzelfall?

Mal wieder hat ein Presseorgan der Heilpraktikerszene Gelegenheit zur Selbstdarstellung in einem redaktionellen Beitrag gegeben. Zugegeben, als “ausgewogene” Replik zu einer kürzlich am gleich Ort erschienenen Kritik. Gleichwohl.

Ein Verbandsvertreter kam zu Wort, mit der Attitüde der “besseren Medizin” und des guten (besseren?), empathischen Heilkünstlers, selbstverständlich. Dementsprechend auch mit den üblichen Whataboutisms und den Vorwürfen gegen die Ärzteschaft, es gehe ihr bei der Kritik an den HP nur um die Sicherung eigener Pfründe, ja, es sei eine “Hexenjagd” zu konstatieren. Nun, dazu braucht man nichts mehr zu sagen, die Würdigung dieser immer wiederkehrenden, “sachbezogenen” Sprechblasen findet sich z.B. hier, hier und hier.

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Evidenzkriterien und Schwalben – Nachschlag zur Akupunktur

Kürzlich hatte ich hier aus gegebenem Anlass dargelegt, dass die Beurteilung der Evidenzlage (nicht nur) für Akupunktur sich aus der Gesamtschau der vorliegenden Erkenntnisse ergibt und nicht aus Cherrypicking und / oder irgendwelchen Einzelarbeiten. Auf Twitter hat sich zum Beitrag hier und da eine Diskussion entsponnen, die leider einmal mehr zutage gefördert hat, dass man teils einfach vor Wände zu reden scheint.

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“Akupunktur ist mehr als Placebo” – Quark bei Quarks

Gestern – am 21.02.19 – veröffentlichte das WDR-Wissenschaftsmagazin “Quarks” einen Videobeitrag und den zugehörigen Text unter dem Titel “Akupunktur ist mehr als Placebo”. Wohlgemerkt, das mit einem wissenschaftlichen Anspruch antretende TV-Magazin “Quarks” tat das, nicht das Zentrum der Gesundheit oder der Zentralverein der deutschen Pseudomediziner.

Nein, Akupunktur ist NICHT mehr als Placebo (worunter ich in diesem Falle mal “unpräzise” die Gesamtheit der non-specific-Effects, aller Kontexteffekte, verstehe), darüber besteht in der seriös-kritischen wissenschaftlichen Gemeinde kein Dissens. Was Quarks in der Diskussion auf Facebook für eine Engstirnigkeit gegenüber einer Vielzahl fundierter und belegter Einwände demonstrierte, das hat mich mehr verstört als der Beitrag selbst.

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