Evidenzbasierte Medizin und Homöopathie (II) -Den Horizont erweitern

Wir haben im ersten Teil dieses Beitrags gesehen, wie sehr die Pseudomedizin davon profitiert, dass sich die evidenzbasierte Medizin weithin auf den reinen empirischen Outcome konzentriert – und dass dies zwar eine unter vielen Aspekten hervorragende Idee ist, aber eben keine Beurteilung einer Evidenz in einer wissenschaftlichen Gesamtschau leistet. Sie ist eine notwendige, aber nach Ansicht vieler keine zwingend hinreichende Bedingung für die Begründung von Evidenz. „Evidenzbasierte Medizin und Homöopathie (II) -Den Horizont erweitern“ weiterlesen

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Was ist die “schlimmste” Homöopathie?

Ich will es euch verraten.

Zuerst kommt die “Behandlung” von kranken Kindern  mit unwirksamen Zuckerkugeln.

Danach kommt, gesunde Kinder mit Globuli-Scheinmedizin vollzustopfen, ihnen damit die Möglichkeit zu rauben, ein gesundes Körpergefühl und ein Empfinden dafür zu entwickeln, wo Befindlichkeit aufhört und Krankheit beginnt und sie womöglich lebenslang auf den Griff zum Mittelchen “in allen Lebenslagen” zu konditionieren.

Als drittes kommt bei mir die Tierhomöopathie. Ihr merkt schon, welche Kriterien ich für das Ranking zugrunde lege: die der fehlenden Möglichkeit der Selbstbestimmung, dem Ausgeliefertsein an pseudomedizinische Verblendung.

Danach kommt noch so einiges mehr. Aber heute wenden wir ums einmal einem besonderen Aspekt der Tierhomöopathie, einem speziellen Auswuchs der Kategorie III, zu. „Was ist die “schlimmste” Homöopathie?“ weiterlesen

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Heilpraktikerleistungen in der Beihilfe? – Laut GEW Hamburg unverzichtbar!

Heilkohle.

Sachen gibts…

Hamburg, durchaus ein Vorreiter bei Reformen im öffentlichen Dienstrecht, beabsichtigt, Heilpraktikerleistungen aus der Beihilfefähigkeit für Beamte herauszunehmen. Ungefähr seit 300 Jahren überfällig, würde ich sagen.

Die Beihilfe ergänzt in unterschiedlichem Umfang – je nach Familienstand – die private Krankenversicherung – oder auch umgekehrt, wie mans nimmt. Ein mit Vor- und Nachteilen verbundenes System, je nach Sichtweise und Situation.  Dass sich das eine oder andere, was sich für Außenstehende nach “Privileg” anfühlt, ganz schnell wieder relativiert – siehe weiter unten – kennt wohl jeder Beihilfeberechtigte, zu denen auch der Autor gehört. Der im Übrigen das Hamburger Modell einer Wahlfreiheit von Beamten zwischen Beihilfe-/PKV-Modell und Wechsel in die GKV (ggfl. plus Zusatzversicherung) für höchst begrüßenswert hält und auch dem Gedanken einer Bürgerversicherung nicht unbedingt abgeneigt ist.

Ein garantiert überflüssiges “Privileg” ist aber seit jeher die Erstattungsfähigkeit von Heilpraktikerleistungen und Homöopathie. Die HP-Leistungen sind natürlich ein gravierender Unterschied zur gesetzlichen KV (die aber diese nur deshalb nicht anbietet, weil sie befürchtet, dass dann alle Dämme des Anspruchsdenkens brächen, GKV-Kassen könnten das nach der derzeitigen Rechtslage nämlich durchaus im Rahmen von Satzungsleistungen!). Aber die  Erstattung von HP-Leistungen im Rahmen der Beihilfe ist eben auch nicht mehr und nicht weniger als herausgeschmissenes Steuerzahler-Geld. Das sei klar gesagt.

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Die EU, Spanien und der DZVhÄ

Bekanntlich ist die spanische Regierung dabei, auf dem Markt der Pseudomedizin so manchen Standplatz zu kündigen und ein Großreinemachen in Angriff zu nehmen. Die Homöopathie nimmt dabei – das wollen wir neidlos anerkennen – einen prominenten Spitzenplatz ein.

Und so hat im Nachgang zur offiziellen Mitteilung der spanischen Regierung an die EU-Kommission, dass sie gedenke, die Marktzugangs- und Werberegelungen für Homöopathie zu ändern, ein spanischer EU-Abgeordneter einige Fragen an die Kommission gerichtet, offenbar um auszuloten, ob Aussicht besteht, dass die EU ihrerseits die Regeln (Richtlinie 2001/83/EG) möglicherweise verschärft. 

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Bullshitschleuder pro Homöopathie?!?

Schon mal vom BPH gehört? Der “Bundesverband Patienten für Homöopathie e.V”. Gibts schon lange, dümpelte aber meines Wissens seit Äonen so vor sich hin, auch auf dem Webauftritt tat sich praktisch nichts.
Offenbar hat sich jemand aus der homöopathischen Szene gefunden, der sich darangemacht hat, den Laden mal wieder zu beatmen. Dabei wird mächtig auf die Tube gedrückt. Anlässlich der bayerischen Landtagswahl wurde ordentlich gelärmt für den gesetzlichen Zuckerschutz. Vor kurzem wurde mal wieder das Geraune um das Review des australischen NHMRC aufgewärmt (Einzelheiten in meinem Blog, Suchwort NHMRC), wo Herr Tournier, Chef des Homeopathy Research Institute, angebliches Insiderwissen zum “Stand der Dinge” von sich gab, von dem in Australien nichts bekannt ist… Naja.

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WO SIND WIR HIER EIGENTLICH?!?

Die Debatte über Homöopathie in Apotheken hat seit kurzer Zeit aufgrund eines bemerkenswerten Vorganges zusätzlich Fahrt aufgenommen:  Apothekerin Iris Hundertmark aus Weilheim in Oberbayern hat viel Zuspruch für ihre Entscheidung erfahren, in ihrem Betrieb keine Homöopathika mehr vorzuhalten und aktiv zu vertreiben. Diese Entscheidung ist selbstredend eine persönlich verantwortete und steht ihr im Rahmen ihrer Betriebsfreiheit fraglos zu, zumal sie die Belieferung rezeptierter Homöopathika weiterhin garantiert. Aber siehe da  – in nicht geringem Ausmaß (jedoch für den erfahrenen Kritiker nicht unerwartet) war sie persönlich gefärbten, unsachlichen und von Unkenntnis über die Homöopathie strotzenden Anwürfen von vielen Seiten, vorrangig gar der Kollegenschaft, ausgesetzt. Der Grad von Irrationalität, mit dem die Homöopathie in Deutschland vielfach „verteidigt“ wird, zeigt sich in diesem Vorgang einmal mehr mit bestürzender Deutlichkeit. „WO SIND WIR HIER EIGENTLICH?!?“ weiterlesen

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Was erlaube Homöopathen?

Zum 20. Jahrestag der legendären Münchner Pressekonferenz vom Meister des gepflegten Wutausbruchs Giovanni Trappatoni sei diese leicht abgewandelte Einleitung eines durchaus ernstgemeinten Artikels einmal gestattet – unpassend ist sie auf keinen Fall. Passend ist rein zufällig in unserem Zusammenhang auch ein anderes 20-jähriges Jubiläum, das mit dem Wort „Retracted“ in enger Verbindung steht.

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Münsteraner Memorandum Homöopathie – und ein Echo.

Evidenzbasierte Medizin

Ein überfälliges Thema für die Ärzteschaft

Am 9. März 2018 hat der “Münsteraner Kreis” sein zweites Grundsatzpapier, das “Münsteraner Memorandum Homöopathie” , veröffentlicht. Es stellt einen Appell an den im Mai d.J. stattfindenden 121. Deutschen Ärztetag dar, im Rahmen der dort anstehenden Diskussion über die Weiterbildungsregelungen der Ärzteschaft zu einer ersatzlosen Streichung der “Zusatzbezeichnung Homöopathie” zu kommen.

Ein wohlüberlegter Schritt, will mir scheinen. Da es ja -entgegen dem voraussehbaren “Verständnis” mancher – nicht um eine Abschaffung, ein Verbot der Homöopathie oder um eine “Einschränkung von Therapiefreiheit und Patientenautonomie” geht und von der Politik jedenfalls ein kurzfristiges Handeln nicht zu erwarten ist, sollte zumindest die der wissenschaftlichen Medizin verpflichtete Ärzteschaft endlich einsehen, dass ihr Selbstverständnis mit dem Festhalten an einer unwirksamen Scheintherapie längst nicht mehr vereinbar ist. Ganz sicher nicht auch noch mit der Privilegierung durch eine “ärztliche Zusatzbezeichnung”, die dem Patienten ja nicht nur eine besondere Qualifikation der Ärztin / des Arztes vermittelt, sondern auch die Validität und Seriosität der Methode mehr als suggeriert.

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