Homöopathie international: Die Reviews / die Statements / die Urteile

Übersicht systematischer Reviews zur Homöopathie / Übernationale Stellungnahmen von Wissenschaftsorganisationen und staatlichen Stellen / Regulatorische Eingriffe zur Homöopathie

  

Teil I:         Übersicht über die veröffentlichen Reviews / Metastudien zur Homöopathie (seit 1991)

Teil II:        Stellungnahmen von wissenschaftlichen Organisation und staatlichen Stellen zur Homöopathie

Teil III:       Gesundheitspolitische / staatliche Maßnahmen gegen Homöopathie im Gesundheitswesen (seit 2016)

  

Stand: Juli 2018

 


I
Übersicht über die veröffentlichen Reviews / Metastudien zur Homöopathie

 

(1) Kleijnen (1991) „Derzeit sind die Nachweise aus klinischen Studien positiv, aber sie sind nicht ausreichend, endgültige Schlussfolgerungen zu ziehen, weil die Methodik in den meisten Studien von geringer Qualität sind und der Einfluss des „Publication bias“ unbekannt ist.“

Kleijnen J et al: Clinical trials of homeopathy, BMJ 1991; 302:316-23 [1]

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(2) Linde (1997) „Das Ergebnis unserer Meta-Analyse liefert keine Bestätigung für die Hypothese, die klinischen Effekte der Homöopathie bestünden alleine auf einer Placebowirkung. Wir fanden in diesen Studien jedoch nur unzureichende Nachweise dafür, dass die Homöopathie auch nur bei einem einzigen Krankheitsbild wirksam wäre.“

Linde K et al.: Are the clinical effects of homeopathy placebo effects? A metaanalysis of placebo-controlled trials, The Lancet 1997;350:834-43 [2]

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(3) Linde (1998) „Die Ergebnisse der vorliegenden randomisierten kontrollierten Studien deuten darauf hin, dass die Homöopathie eine über Placebo hinausgehende Wirkung aufweist. Die Nachweise sind jedoch wegen methodischer Schwächen und Widersprüchlichkeit nicht überzeugend.“

Linde K et al: Randomized controlled trials of individualized homeopathy: A state-of-the-art review, Journal of Alternative and Complementary Medicine 1998; 4(4):371-388 [3]

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(4) Cucherat (2000) „Es gibt ein paar wenige Nachweise dafür, dass homöopathische Therapien wirksamer sind als Placebos; die Aussagekraft dieser Nachweise ist wegen der nur geringen methodischen Qualität der Studien nur gering. Studien von höherer methodischer Qualität waren eher ungünstiger als solche mit geringer Qualität.“

Cucherat M et al.: Evidence of clinical efficacy of homeopathy, Eur. J Clin Pharmacol 2000;56:27-33 [4]

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(5) Shang (2005) „… es zeigten sich schwache Nachweise für einen spezifischen Effekt der homöopathischen Arzneien (…) Die Ergebnisse bestätigen den Eindruck, dass es sich bei den klinischen Effekten der Homöopathie um Placeboeffekte handelt.“

Shang A et al. Are the clinical effects of homeopathy placebo effects? Comparative study of placebo-controlled trials of homeopathy and allopathy, Lancet 2005;366:726-32 [5]

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(6) Mathie (2014) „Arzneien, die als Homöopathika individuell verordnet wurden, haben vielleicht einen kleinen spezifischen Effekt. (…) Die generell niedrige und unklare Qualität der Nachweise gebietet aber, diese Ergebnisse nur vorsichtig zu interpretieren.“

Mathie RT et al.: Randomised placebo-controlled trials of individualised homeopathic treatment: systematic review and meta-analysis, Systematic Reviews 2014;3:142 [6]

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(7) NHMRC (2015) „Es gibt keine zuverlässigen Nachweise dafür, dass die Homöopathie bei der Behandlung von Gesundheitsproblemen wirkungsvoll wäre.“

National Health and Medical Research Council. 2015. NHMRC Information Paper: Evidence on the effectiveness of homeopathy for treating health conditions. Canberra: NHMRC;2015 [7]

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(8) Mathie (2017) „Die Qualität der Nachweise als Ganzes ist gering. Eine Meta-Analyse aller ermittelbaren Daten führt zu einer Ablehnung unserer Nullhypothese [dass das Ergebnis einer Behandlung mit nicht-individuell verordneten Homöopathika nicht von Placebo unterscheidbar ist], aber eine Analyse der kleinen Gruppe der zuverlässigen Nachweise stützt diese Ablehnung nicht. Meta-Analysen für einzelne Krankheitsbilder ergeben keine zuverlässigen Nachweise, was klare Schlussfolgerungen verhindert.“

Mathie RT et al.: Randomised, double blind, placebo-controlled trials of nonindividualised homeopathic treatment: Systematic review and meta-analysis, Systematic Reviews 2017;6:663 [8]

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Die Ergebnisse der Reviews sind durchweg einheitlich: Man erhält auf den ersten Blick den Eindruck, dass es einen gewissen Nutzen geben könnte. Aber bei Einbeziehung der Qualität der Aussagen in die Betrachtung oder bei dem Versuch, konkret festzustellen, für wen sich unter welchen Bedingungen sich ein Nutzen ergibt, verschwindet der positive Eindruck und zeigt sich als Trugschluss. Zusammengefasst: Es gibt keinen belastbaren Nachweis dafür, dass Homöopathie stärker wirkt als Placebo. Alle zitierten Arbeiten kommen zu dem gleichen Schluss, sowohl die von Homöopathenseite heftig kritisierten Arbeiten von Shang und dem NHMRC als auch die Arbeiten Mathies, der -soweit bekannt- für das Homeopathy Research Institute arbeitet, das zu den ständigen Kritikern der nicht von Homöopathen erstellten Reviews gehört.


II
Stellungnahmen von wissenschaftlichen Organisation und staatlichen Stellen zur Homöopathie

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Dieses Memorandum stellt fest, dass die wissenschaftliche Gemeinschaft Homöopathie heute als Pseudowissenschaft betrachtet. Ihre Verwendung in der Medizin steht im Gegensatz zu den grundlegenden Zielen der nationalen Gesundheitspolitik […].
Somit basiert die Homöopathie auf theoretischen Positionen, die in großen Teilen direkt grundlegenden wissenschaftlichen Prinzipien und Gesetzen der Physik, Chemie, Biologie und Medizin widersprechen. Keinerlei empirische Daten aus unabhängigen, hochqualitativen klinischen Studien bestätigen die klinische Wirksamkeit von homöopathischen Mitteln.

Russische Akademie der Wissenschaften, 2017 [9] [10]

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 Die Homöopathie sollte nicht zur Behandlung chronischer, ernster oder schwerwiegender Gesundheitszustände eingesetzt werden. Menschen, die sich für die Homöopathie entscheiden, können ihre Gesundheit gefährden, wenn sie Behandlungen ablehnen oder verzögern, für die es gute Beweise für Sicherheit und Wirksamkeit gibt.

National Health and Medical Research Council, Australien, 2015[11]

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Homöopathische Mittel erfüllen nicht die Kriterien der evidenzbasierten Medizin.

Ungarische Akademie der Wissenschaften [12]

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Die Aufnahme anthroposophischer und homöopathischer Produkte in die schwedische Arzneimittelrichtlinie würde mehreren Grundprinzipien für Arzneimittel und evidenzbasierte Medizin zuwiderlaufen.

Schwedische Akademie der Wissenschaften [13]

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Wir empfehlen Eltern und Betreuungspersonen, Kindern keine homöopathischen Kinderzahntabletten und -gele zu geben und sich von ihrem Arzt beraten zu lassen, um sichere Alternativen zu finden.

US Food and Drug Administration (FDA) [14]

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Es gibt kaum Belege dafür, dass die Homöopathie eine wirksame Behandlung für eine bestimmte Erkrankung ist.

NCCIH (Nationales Zentrum für komplementäre und integrative Gesundheit), USA [15]

__________

„Es gibt keine wissenschaftliche Evidenz dafür, dass das Produkt wirkt
Die Erklärungen zum Produkt basieren ausschließlich auf den Theorien der Homöopathie aus dem 18. Jahrhundert, die von der Mehrzahl der heutigen medizinischen Fachleute nicht akzeptiert werden.“

Von der US-amerikanischen Verbraucherschutzbehörde FTC geforderte Standardkennzeichnung homöopathischer Mittel, 2016 [16]

__________

Homöopathische Mittel sind nicht besser als Placebos, und die Prinzipien, auf denen die Homöopathie beruht, sind wissenschaftlich nicht plausibel.
Schlussfolgerung: Homöopathie sollte nicht vom National Health Service unterstützt werden und die MHRA (Arzneimittel-Zulassungsbehörde) sollte die Lizensierung homöopathischer Produkte beenden.

The House of Commons, Science and Technology Committee, 2009 [17]

__________

Es gibt keine qualitativ hochwertigen Beweise dafür, dass die Homöopathie als Behandlung für irgendeine medizinische Indikation wirksam ist. Homöopathie ist im besten Falle Placebo.

National Health Service, Vereinigtes Königreich [18]

__________

Die Homöopathie hat ihre Wirksamkeit in keiner bestimmten Indikation oder klinischen Situation endgültig bewiesen.

Ministerium für Gesundheit, Spanien [19]

__________

Es gibt eine stetige Zunahme an Beweisen und die Überzeugung der wissenschaftlichen Gemeinschaft in der Medizin, dass die Homöopathie als eine der unwissenschaftlichen Methoden der so genannten „alternativen Medizin“ behandelt werden sollte, die wertlose Produkte ohne wissenschaftlich nachgewiesene Wirksamkeit anbietet.

Nationale Ärztekammer, Polen [20] [21]

__________

Aus rein klinischer Sicht bleibt festzuhalten, dass es keinen gültigen empirischen Nachweis für die Wirksamkeit der Homöopathie (evidenzbasierte Medizin) über den Placeboeffekt hinaus gibt.

Federaal Kenniscentrum voor de Gezondheidszorg, Belgien [22] [23]

__________

Wir erkennen an, dass ein Placebo-Effekt bei einzelnen Patienten auftreten kann, aber wir stimmen mit früheren umfangreichen Evaluierungen überein, die zu dem Schluss kommen, dass es keine bekannten Krankheiten gibt, für die robuste, reproduzierbare Beweise existieren, dass Homöopathie über den Placebo-Effekt hinaus wirksam ist.

European Academies Science Advisiory Council (EASAC) [24]

__________

Homöopathie ist eine Methode, die vor zwei Jahrhunderten auf der Grundlage von a-priori-Konzepten ohne wissenschaftliche Grundlagen entwickelt wurde.

Akademie der medizinischen Wissenschaften, Frankreich [25]

__________

Ohne die Freiheit kritischer oder divergierender Meinungen jedes Einzelnen im öffentlichen Raum in Frage zu stellen, fordert der Nationalrat der Ärztekammer:

– dass der Begriff „Medizin“ als Voraussetzung für jedes therapeutische Vorgehen als erstes einen medizinischen Prozess der klinischen Diagnose beinhaltet, der gegebenenfalls durch zusätzliche Untersuchungen unter Hinzuziehung kompetenter Dritter ergänzt wird;

– dass jeder Arzt Medizin nach wissenschaftlich gewonnenen Erkenntnissen und Daten sowohl bei der Erstellung der Diagnose als auch beim Therapievorschlag praktizieren muss.

Nationaler Rat der französischen Ärztekammern
zur Homöopathie-Debatte 2018 in Frankreich
[26]

__________

ÜBER HOMÖOPATHISCHE PRODUKTE

[Die Ärztekammer …] sieht es insofern als unethisch an, dass Methoden, aber auch Verschreibungen von Arzneimitteln als wirksame Therapien dargestellt und vorgeschlagen werden, bei denen wissenschaftliche Grundlagen fehlen, denen illusionäre Vorstellungen zugrunde liegen oder die sich praktisch unzureichend bewährt haben.

Aus diesen Gründen wird die Verantwortung des Arztes öffentlich eingefordert und an seine Pflichten gegenüber dem Patienten und dem Berufsstand gegenüber erinnert.

Zentrale Ärztekammer der Region Madrid (ICOMEM) [27]


III
Gesundheitspolitische / staatliche Maßnahmen
gegen Homöopathie im Gesundheitswesen

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2016: USA – Federal Trade Commission (US-Verbraucherschutzbehörde)

Die FTC fordert in einem „Enforcement Policy Statement on Marketing Claims for OTC Homeopathic Drugs“ [28] vor dem Hintergrund, dass ein Vertrieb als Arzneimittel ohne Evidenznachweise nicht hingenommen werden könne, eindeutige Kennzeichnungen von homöopathischen Präparaten:

„Diese Irreführung der Kunden (Verkauf als Arzneimittel ohne wissenschaftlichen Wirkungsnachweis) könne dadurch beseitigt werden, dass die Hersteller in ihren Begleitmaterialien („marketing materials“) angeben, dass es

  1. keine wissenschaftlichen Belege dafür gäbe, dass das Produkt wirkt und dass sich
  2. die Angaben lediglich auf die Theorien der Homöopathie, die aus dem 18. Jahrhundert datieren, abstützen, die von den meisten modernen medizinischen Fachleuten nicht akzeptiert werden.“ [29]

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2017: Russische Föderation, Russische Akademie der Wissenschaften / Gesundheitsministerium

Die Russische Akademie der Wissenschaften hat 2017 die Homöopathie als Pseudomedizin eingestuft und erklärt, dass künftige Erkenntnisse, die dies revidieren könnten, nicht zu erwarten sei. [30] [31] Die Homöopathie soll aus allen Ebenen des öffentlichen Gesundheitswesens entfernt werden. Als Maßnahmen wurden dem Gesundheitsministerium zur Umsetzung u.a. vorgeschlagen:

[…] Die postgraduale Ausbildung zukünftiger Ärztinnen und Ärzte hat darauf abzuzielen, diese mit den Grundannahmen pseudowissenschaftlicher Methoden – einschließlich Homöopathie – und der Kritik daran, die zur Einstufung als Pseudowissenschaft führt, vertraut zu machen.

Versicherungen haben sich an die gängige Praxis zu halten, die keine Leistungserbringung für Homöopathie vorsieht.

Kein gleichberechtigter Apothekenverkauf von Arzneimitteln und homöopathischen Präparaten. Homöopathische Medikamente sollten in einer separaten Vitrine vorgehalten werden.

Keine Beratung von Patienten mehr zu homöopathischen Mitteln. Pflichtberatung in Apotheken bei Patienten, die homöopathische Mittel verlangen, dahingehend, dass die Homöopathie nach wissenschaftlichen Kriterien keinen Wirkungsnachweis erbringen konnte.

Verpflichtung der Ärzte zur Information von Patienten über die Wirkungslosigkeit der Homöopathie und ihre Einstufung als Pseudomedizin. Keine Zusammenarbeit mit Organisationen, die weiterhin Homöopathie fördern und verbreiten. Eine Verschreibung homöopathischer Mittel ist als unethisch anzusehen, und zwar auch dann, wenn nur der Placebo-Effekt erreicht werden soll. […]

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2017: Australien, Gesundheitsministerium und Verband der Versicherungsanbieter / Pharmaceutical Society of Australia)

Homöopathie wurde bislang nur innerhalb von privaten Zusatzmodulen zur gesetzlichen Krankenversicherung angeboten. Das australische Gesundheitsministerium und die Versicherungsträger haben sich 2017 darauf geeinigt, Homöopathie-Erstattungen (neben anderen Methoden ohne Wirkungsnachweis) auch im Bereich der privaten Zusatzversicherung nicht mehr zuzulassen. [32] [33] Damit wurde einer Empfehlung des Royal Australian College of General Practitioners (der Allgemeinärzteorganisation Australiens) [34] als Konsequenz aus dem NHMRC-Review von 2015 gefolgt.

Gesundheitsministerium und Apothekerverband haben als Fazit einer gemeinsamen Begutachtung erklärt, dass „diese Produkte (Homöopathika) keine Evidenzbasis hätten und ausreichende Beweise für ihre Nichtwirksamkeit bestünden, um aus ethischen Gründen ihren Verkauf in öffentlichen Apotheken auszuschließen. Die Pharmaceutical Society of Australia und andere Berufsvereinigungen haben ergänzend erklärt, dass sie den Verkauf und das Vorhalten von Homöopathika in öffentlichen Apotheken nicht unterstützen. [35] [36] [37]

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2017: Vereinigtes Königreich, National Health Service

Der National Health Service (NHS), der Träger des Gesundheitssystems in Großbritannien, hat die Verschreibungsfähigkeit von Homöopathika (und 17 weiteren Mitteln, durchweg pflanzliche Remedia) beendet. Die Regionalorganisationen des NHS erhielten entsprechende „Blacklists“. Der Schritt erfolgte wegen „geringer klinischer Wirksamkeit“ und/oder „geringer Kosteneffizienz“. Speziell die Homöopathie sei „im besten Fall Placebo. [38]

Der NHS folgt damit einer bereits aus dem Jahre 2009 stammenden Empfehlung des Science and Technology Committee des House of Commons: „Homeopathy should not be funded on the NHS and the MHRA should stop licensing homeopathic products… We conclude that the Government’s policies on the provision of homeopathy through the NHS and licensing of homeopathic products are not evidence-based“). [39]

Das frühere Royal Homeopathic Hospital (jetzt Royal Hospital for Integrative Medicine) hat die Abgabe von Homöopathika bei durch den NHS finanzierten Therapien inzwischen eingestellt, auf Betreiben der zuständigen NHS-Regionalagentur Camden.

__________

2017: Spanisches Gesundheitsministerium

Die spanische Gesundheitsministerin hat den Regionen per Erlass die Erstattung von Homöopathie im Krankenversicherungssystem ausdrücklich untersagt und wiederholte Verstöße der Regionen gegen die entsprechende bisherige Weisung gerügt. [40] Noch bestehende Genehmigungen für Homöopathika-Erstattungen in der Region Valencia (nach dem sog. Königl. Dekret 1/2015 [41]) wurden zurückgezogen.

__________

 2017: Food and Drug Administration, USA

Die Food and Drug Administration (FDA), die US-amerikanische Arzneimittelbehörde, hat in einer Pressemitteilung vom 18.12.2017 [42] erstmals Regulationsvorschriften für den Vertrieb und Verkauf von Arzneimitteln ohne Wirkungsnachweis, insbesondere der Homöopathie [43], angekündigt. Sie erkennt damit ausdrücklich die Risiken an, die damit verbunden sind, dass Patienten Mitteln ohne Wirkungsnachweis auch bei schwereren Erkrankungen vertrauen könnten. Aus der Pressemitteilung:

„Bis vor relativ kurzer Zeit war die Homöopathie ein kleiner Markt für Spezialprodukte. Im Laufe des letzten Jahrzehnts ist der Markt für homöopathische Arzneimittel exponentiell gewachsen. Dies hat eine Industrie mit einem Volumen von fast 3 Milliarden US-Dollar hervorgebracht, was entsprechend mehr Patienten den potenziellen Risiken aussetzt, die mit der Verbreitung von unbelegten, nicht getesteten Produkten und unbegründeten gesundheitsbezogenen Angaben verbunden sind. […]

Der Leitlinienentwurf ist ein wichtiger Schritt in der Arbeit der Agentur zum Schutz der Patienten vor unbewiesenen und potenziell gefährlichen Produkten. […]“

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[1] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1825800

[2] http://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(97)02293-9/abstract

[3] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9884175

[4] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK68085/

[5] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16125589

[6] https://systematicreviewsjournal.biomedcentral.com/articles/10.1186/2046-4053-3-142

[7] https://www.nhmrc.gov.au/_files_nhmrc/publications/attachments/cam02a_information_paper.pdf

[8] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28340607

[9] http://klnran.ru/2017/02/memorandum02-homeopathy/

[10] https://www.netzwerk-homoeopathie.eu/standpunkte/194-homoepathie-ist-pseudowissenschaft-nun-offiziell-in-russland-uebersetzung-des-memorandums-und-der-pressemitteilung

[11] https://www.nhmrc.gov.au/guidelines-publications/cam02

[12] http://www.ecso.org/has_on_homeopathy/

[13] http://www.kva.se/en/nyheter/remissvar-om-homeopatiska-lakemedel

[14] https://www.fda.gov/downloads/drugs/newsevents/ucm443490.pdf

[15] https://nccih.nih.gov/sites/nccam.nih.gov/files/Homeopathy_08-03-2015.pdf

[16] https://www.ftc.gov/news-events/press-releases/2016/11/ftc-issues-enforcement-policy-statement-regarding-marketing

[17] https://publications.parliament.uk/pa/cm200910/cmselect/cmsctech/45/45.pdf

[18] https://www.theguardian.com/lifeandstyle/2017/jul/21/a-misuse-of-scarce-funds-nhs-to-end-prescription-of-homeopathic-remedies

[19] https://www.rtnnewspaper.com/2017/08/no-more-homeopathy-on-the-spanish-nhs/

[20] http://awe.mol.uj.edu.pl/~jjb/izba.pdf

[21] http://www.nil.org.pl/__data/assets/pdf_file/0003/3936/rs0002-09-V.pdf

[22] https://skepp.be/nl/gezondheid/alternatieve-behandelingen/homeopathie-geen-bewijs-dat-het-werkt-en-toch-veel-gebruikt

[23] https://kce.fgov.be/sites/default/files/atoms/files/kce_154a_homeopathie_in_belgië_0.pdf (englischsprachiger Teil)

[24] http://www.easac.eu/fileadmin/PDF_s/reports_statements/EASAC_Homepathy_statement_web_final.pdf

[25] https://www.lemonde.fr/acces-restreint/sciences/article/2018/05/21/31b1324abb7a17267d6f099db0c2ba10_5302408_1650684.html

[26] https://www.conseil-national.medecin.fr/node/2836

[27] https://www.icomem.es/adjuntos/adjunto_1857.1529657489.pdf

[28] https://www.ftc.gov/system/files/documents/public_statements/996984/p114505_otc_homeopathic_drug_enforcement_policy_statement.pdf

[29] https://www.ftc.gov/news-events/press-releases/2016/11/ftc-issues-enforcement-policy-statement-regarding-marketing

[30] http://klnran.ru/2017/02/memorandum02-homeopathy/

[31] https://www.netzwerk-homoeopathie.eu/standpunkte/194-homoepathie-ist-pseudowissenschaft-nun-offiziell-in-russland-uebersetzung-des-memorandums-und-der-pressemitteilung

[32]http://www.health.gov.au/internet/main/publishing.nsf/Content/0E9129B3574FCA53CA257BF0001ACD11/$File/Natural%20Therapies%20Overview%20Report%20Final%20with%20copyright%2011%20March.pdf

[33] https://ajp.com.au/news/homeopathy-naturopathy-struck-off-private-insurance-list/

[34] https://www.racgp.org.au/download/Documents/Policies/Health%20systems/PPI-PositionStatement-Homeopathy-v1.pdf

[35] https://www.theguardian.com/australia-news/2017/jun/27/homeopathic-products-should-not-be-sold-in-pharmacies-review

[36] https://www.skeptics.com.au/2017/06/23/ban-homeopathy-in-pharmacies-says-industry-review/

[37]http://www.health.gov.au/internet/main/publishing.nsf/content/7E5846EB2D7BA299CA257F5C007C0E21/$File/interim-report-final.pdf – S. 67 f.

[38] https://goodthinkingsociety.org/nhs-england-calls-for-homeopathy-to-be-blacklisted-enfield-ccg-ends-homeopathy-funding/

[39] https://publications.parliament.uk/pa/cm200910/cmselect/cmsctech/45/45.pdf

[40] https://www.rtnnewspaper.com/2017/08/no-more-homeopathy-on-the-spanish-nhs/

[41] http://www.uria.com/de/abogados/BCO?iniciales=BCO&seccion=publicaciones&id=1714&pub=Colaboraciones

[42] https://www.fda.gov/NewsEvents/Newsroom/PressAnnouncements/UCM589243.htm

[43]https://www.fda.gov/downloads/Drugs/GuidanceComplianceRegulatoryInformation/Guidances/UCM589373.pdf

Irrungen, Wirrungen

Nein, keine Literatur-Leistungskurs-Aufgabe zu Theodor Fontane wartet hier. Schön wärs…

Dass die Vertreter der Homöopathie-Lobby den Kritikern mit dem Vorwurf eines „Wissenschaftsdogmatismus“ begegnen und ihre Positionen mit einem vorgeblichen Anspruch auf „Wissenschaftspluralismus“ legitimieren wollen, ist nicht neu. Wobei „Wissenschaftspluralismus“ nicht mehr nur den Anspruch enthält, „mehrere Medizinen“ als „pluralistisch“ anzuerkennen, sondern darüber hinaus auch noch den, „mehreren Wissenschaften“ eine gleichberechtigte Existenz zuzusprechen. Irrungen, Wirrungen weiterlesen

Hightech-Medizin und homöopathische Sandkastenspiele

Ausdrücklich einmal eine Lanze für die „moderne, seelenlose Medizin“!

Ein Team um den Mitbegründer der Immuntherapie bei Krebs, Steven Rosenberg, hat einen großen Durchbruch bei Tumorerkrankungen erzielt, die bislang nicht gut durch Immuntherapie erreicht werden könnten. Dabei entnimmt man im Tumor bereits aktiv „arbeitende“ T-Lymphozyten und vermehrt sie in der Annahme, dass es Sinn macht, eine größere Menge dieser bereits auf den Tumor „trainierten“ T-Zellen wieder per Infusion zuzuführen.

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Nichtimpfen als okkulte Ideologie – die Schleimspur der „eigenverantwortlichen Impfentscheidung“

I

Auf diesem Blog ist schon reichlich viel zum Thema „Impfen“ erschienen, Grundsätzliches ebenso wie aus aktuellen Anlässen heraus. Ich bilde mir nicht ein, hiermit die Impfgegner-Szene irgendwie beeinflusst, aber vielleicht ein Fünkchen Licht in die Debatte gebracht zu haben

Im Abstand von über einem Jahr zu Andrew Wakefields faktischem Scheitern in Deutschland und Europa mit seinem Machwerk „Vaxxed“ meine ich nun allerdings eine Front der Impfgegnerschaft aktiv werden zu sehen, die aus einer anderen „ideologischen Ecke“ kommt: Aus der der Anthroposophie. Deren Paradepferd ist die berühmte „eigenverantwortliche Impfentscheidung“, die es entgegen den angeblich interessengeleiteten Empfehlungen der Ständigen Impfkommission, einer angeblich korrupten Ärzteschaft und fehlinformierten Eltern hochzuhalten gelte. Welche Kriterien bei einer solchen „eigenverantwortlichen Impfentscheidung“ gültig sein sollen, beanspruchen natürlich die von diesem Gedanken – und durchweg von der anthroposophischen Lehre – beseelten Mitglieder der Ärzteschaft. Und entpuppen sich damit nicht als Skeptiker, sondern als ideologisch verblendete Impfgegner reinsten Wassers. Zu der Frage, was solche Leute innerhalb des ärztlichen Standes zu suchen haben, lasse ich mich nicht weiter aus. Was zur Sache selbst anzumerken ist, enthält ausreichend deutlich dieser Blogbeitrag. Nichtimpfen als okkulte Ideologie – die Schleimspur der „eigenverantwortlichen Impfentscheidung“ weiterlesen

Favete linguis! *

*) „Enthaltet euch unheiliger Rede, schweigt!“ (Horaz)

Der 121. Deutsche Ärztetag ist inzwischen Geschichte. Die novellierte Muster-Weiterbildungsordnung ist verabschiedet.

Warum das wichtig ist? Wir erinnern uns: Anfang März dieses Jahres veröffentlichte der Münsteraner Kreis sein „Münsteraner Memorandum Homöopathie“, auf diesem Blog wurde ausführlich dazu kommentiert.  Es stellte einen wohlbegründeten Appell an den Ärztetag dar, bei der Novellierung der Musterweiterbildungsordnung die Streichung der „ärztlichen Zusatzbezeichnung Homöopathie“ zu beschließen. In einer auf Wissenschaftlichkeit verpflichteten Ärzteschaft könne eine nach nahezu einhelliger Auffasssung der weltweiten Wissenschaftscommunity wissenschaftlich nicht begründbare Methode keinen Platz haben.

Dazu ist es nicht gekommen. Es gab auf dem Ärztetag keinen Beschlussantrag zu einer Streichung der Zusatzbezeichnung Homöopathie, über den abzustimmen gewesen wäre. Es ist schlicht und einfach nichts anderes passiert, als dass die unverändert in der vorgelegten Beschlussvorlage enthaltene Zusatzbezeichnung unangetastet geblieben ist. Ich kann und will das an dieser Stelle nicht kommentieren und nicht bewerten – ich war nicht dabei und fühle mich nicht berufen, hierzu Interpretationen und Spekulationen zu liefern.

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Bieropathie!

Das Universum der Homöopathie steckt voller Überraschungen. Nur für Humor scheint dort durchaus wenig Platz zu sein – jedenfalls auf Seiten der Homöopathen.

Da ich mich ja ständig durch die weltweiten Publikationen zur Homöopathie wühle (soweit Zeit dafür da ist) und so manchen einschlägigen Newsletter empfange, bekomme ich da – von PubMed/NCBI bis zu Online-Vertreibern homöopathischer Mittel – so manches zu Gesicht. Diese Perle von einem großen Portal pro Homöopathie im fernen Downunder möchte ich euch, liebe Leser, nicht vorenthalten und bringe deshalb den kompletten Text als Übersetzung. Die Übersetzung ist zur besseren Verständlichkeit an einigen Stellen ein wenig frei, aber nicht im Inhalt, der ist genauso zu verstehen, wie er hier wiedergegeben ist.

Ich vermute mal, dass der einleitende Brief des „Besorgten Bürgers“ nicht so ganz ernst gemeint war – jedoch bei der Antwort der „Homöopathin in residence“ bei dem Portal bin ich mir sicher. Die war völlig ernst gemeint.

Also:


Re: Homöopathisches Bier

Liebe Redaktion,

Es ist eine allgemein bekannte Tatsache, dass wenn Männer sich zum Biertrinken zusammenfinden, sich ihre Gespräche zwangsläufig dem edlen Ziel zuwenden, die Probleme der Welt zu lösen.

Nun ist das nicht nur eine gute Sache, sondern auch ein Beweis dafür, dass Biertrinken keineswegs die Quelle allen sozialen Übels ist, wie einige uns glauben machen wollen.

Es ist aber auch zu beobachten, dass mit fortschreitender Dauer dieser Treffen die Männer zunehmend ungebärdiger werden.

Das führt mich zu meinem eigentlichen Anliegen.

Nachdem ich in Ihrem letzten Newsletter über das homöopathische Mittel zur Hilfe bei „Kater“ gelesen habe, finde ich, dass die Homöopathen sofort damit beginnen sollten, die homöopathische Kraft des Biers im Hinblick darauf zu erforschen, dass es ja die Menschen dazu bringt, die Probleme der Welt lösen zu wollen.

Allerdings müsste man gleichzeitig natürlich versuchen, das Trinkritual von seinen negativen Auswirkungen wie Gewichtszunahme und unkontrolliertem Verhalten zu befreien.

Daher mein Vorschlag zu homöopathischem Bier. Es sollte vier Anforderungen erfüllen können:

  • Es muss natürlich / organisch sein, bis zur letzten Schaumblase.
  • Der Genuss sollte nicht zu einem Kater führen, egal welche Menge verbraucht wird.
  • Es muss auch im Rahmen eines Gewichtsreduzierungsprogramms eingesetzt werden können.
  • Es muss mit zunehmender Aufnahme beruhigend wirken statt als Katalysator für zur Unruhe und Unfrieden.

Nun, da ich weiß, dass die Homöopathie alle Substanzen in sicherer Form bereitstellt und gleichzeitig ihren gesundheitsfördernden Nutzen steigert, möchte ich wissen, ob sich bereits illustre Homöopathen der edlen Sache der Potenzierung von Bier angenommen haben!? Was wäre das für ein Glücksfall für den Planeten!

Gibt es ein homöopathisches Bier mit den wunderbaren Eigenschaften, die ich oben beschrieben habe?

Mit freundlichen Grüßen,

Besorgter Bürger


Dieser Brief wurde zur Stellungnahme an unsere Homöopathin Fran Sheffield weitergeleitet.

(Anm. KAvG: Fran Sheffield ist eine in Australien wohlbekannte und gerichtsnotorische Homöopathin, die sich schon einige Male wegen unzulässiger gesundheitlicher Aussagen / Versprechungen vor Gericht verantworten musste. Sie ist in Australien zudem die Vorreiterin einer „Homöopathischen Therapie bei Autismus“. Wer gute Nerven hat, suche mal bei YouTube nach „Fran Sheffield“, ich verzichte hier auf eine Verlinkung. Sie ist zudem eine der Leiterinnen von Homeopathy Plus, von deren Webseite diese Biergeschichte stammt.)


Lieber besorgter Bürger,

Ihr Brief wirft einige interessante Punkte auf.

Nach unserem Wissen ist Bier noch kein homöopathisches Heilmittel, aber Sie werden sich freuen zu hören, dass reiner Alkohol eine homöopathische Ursubstanz ist. In der Tat zeigen die Daten aus der homöopathischen Arzneimittelprüfung, dass homöopathischer Alkohol zur Behandlung von Symptomen geeignet ist, die denen der Trunkenheit ähnlich sind. Die Symptome, die bei den Arzneimittelprüfungen von reinem Alkohol auftraten, waren unter anderem:

  • Heiterkeit mit Lachen und Gesprächigkeit,
  • Enthemmung,
  • Gefühl des Schwebens,
  • Lust, sich zu amüsieren,
  • Albernheit und unreifes Verhalten,
  • Lügen, Stehlen, moralische Defizite,
  • Aggression, Lust, andere zu verletzen, Wut,
  • Verwirrung, Missverstehen, Vergesslichkeit,
  • Erhöhte Empfindlichkeit der Sinne, entweder schläfrig oder gereizt,
  • Lust auf Alleinsein wegen Verwirrung oder erhöhter Sinnesempfindlichkeit
  • Koordinationsprobleme, Unbeholfenheit, Tolpatschigkeit
  • Depression – Traurigkeit wegen der persönlichen Lebenssituaion,
  • Verlangen nach Koffein, Alkohol, Drogen oder anderen Stimulanzien,
  • Suche nach Stimulation durch Aktivitäten wie schnelles Fahren oder laute Musik.

Bevor Sie sich jetzt gleich Alkohol als homöopathisches Mittel besorgen, lassen sie mich ein wenig weiter erläutern.

Homöopathischer Alkohol wird gegen die beschriebenen Symptome höchst wirksam sein. Das setzt aber voraus, dass die Symptome der Patienten den oben genannten wirklich ähnlich sind. Wenn ja, dann passt der homöopathische Alkohol hervorragend zu Ihrem „Symptombild“, wie Homöopathen sagen, und er wird eine enorme Hilfe sein.

Aber: Wenn diese alkoholbedingten Symptome nur ein Teil dessen sind, was das gesamte Leiden ausmacht, weil auch Symptome anderer Gesundheitsprobleme im Patienten mit den beschriebenen zusammentreffen, wird das Symptombild des Patienten sehr verschieden von dem „reinen“ Symptombild homöopathischen Alkohols sein und ein ganz anderes Mittel benötigen. Leider hilft der homöopathische Alkohol in solchem Falle nicht weiter!

Und gehen Sie nicht davon aus, dass homöopathisches Bier törichte Männer zu Weltrettern machen könnte. Dies ist selbst ein zu behandelndes wahnhaftes Symptom des übermäßigen Konsums von Bier. In geeigneten homöopathischen Dosen, durch Mittel wie Bier oder anderem, werden solche Symptome wie diese Wahnvorstellungen nur normalisiert und der Betroffene wieder gesund. Sie können Wahnvorstellungen nicht in die Realität umsetzen.

Also, Besorgter Bürger, mir ist klar, dass dies vielleicht nicht die Nachricht ist, die Sie zu erhofft hatten, aber nicht verzweifeln. Hilfe ist immer da. Folgen Sie den Tutorials, die wir in jedem Newsletter vorstellen, dann werden Ihnen die Geheimnisse der Homöopathie enthüllt.

Sie werden herausfinden, was Ihr wirkliches Symptombild ist und wie es behandelt werden sollte. Sie werden vielleicht sogar lernen, wie Sie Ihr eigenes homöopathisches Mittel „Bier“ herstellen können, um dessen gesundheitsfördernde Wirkung besser zu erforschen. Nun, das wären dann wissenswerte Informationen und etwas, das man mit unserer Community teilen kann!

Homöopathische Grüße (ich fand keine bessere Übersetzung für „Yours in homeopathy“),

Fran Sheffield (Homöopath)


Kein weiterer Kommentar. Vielleicht nur, dass ich die Ausführungen zu Wahnvorstellungen ausgesprochen interessant fand. Und dass die Aussies offenbar nicht viel vertragen, wenn die beschriebenen Symptome bei ihnen schon in Prüfpotenz C30 auftraten…

Diesen Beitrag widme ich meinem Skeptiker-Freund und Bloggerkollegen Peter Biebl, der schon seit langem nicht müde wird, in unseren Landen die Bieropathie populär zu machen.


Bildnachweis: Pixabay / Creative Commons License CC0

Gedanken über IGeL

Ich find Wortspiele dooooof…

Wer ist ihnen nicht schon einmal begegnet, den IGeL-Angeboten in der Arztpraxis, den „individuellen Gesundheitsleistungen“, deren augenfälligster Aspekt erst einmal ist, dass man sie aus eigener Tasche bezahlen darf?

Zu diesem Thema überraschte kürzlich der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS) mit einer sehr deutlichen Pressemitteilung [1] zu seinem „IGeL-Report 2018“. Dort heißt es u.a.:

„Jeder Zweite bekommt beim Arztbesuch Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) angeboten, die privat zu bezahlen sind. Der IGeL-Monitor hat in einer repräsentativen Umfrage erstmals die Top 10 der meistverkauften IGeL ermittelt. Fazit: In den Praxen werden häufig Früherkennungsuntersuchungen wie Ultraschall, Augeninnendruckmessung und Ähnliches verkauft. Viele der Topseller widersprechen Empfehlungen medizinischer Fachverbände, weil ihr Schaden den Nutzen überwiegt.“

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Wie bloß wirbt man für Homöopathie? Heute: Die DHU

Die Deutsche Homöopathie Union (DHU), der deutsche Marktführer bei homöopathischen Mitteln und Tochtergesellschaft des Konzerns Dr. Willmar Schwabe (weltweiter Jahresumsatz nahe bei 1 Milliarde Euro) sieht sich veranlasst, eine große Werbekampagne zur Homöopathie auf den Weg zu bringen und wird in diesem Zusammenhang sogar erstmals auf Twitter aktiv. [1]

Über die Gründe dafür mag man spekulieren. Die Zwischenzahlen aus dem Jahr 2017 haben jedenfalls gezeigt, dass der Homöopathie-Umsatz rückläufig ist. [2] Homöopathiekritik „wirkt“ ja nun schon eine ganze Weile. Das Thema ist im Raum, ob durch die „Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie“ von Dr. Norbert Aust, die „Homöopathie-Lüge“ von Weymayr/Heißmann und sicher nicht zuletzt durch den enormen Schub für den Diskurs durch Dr. Natalie Grams‘  „Homöopathie neu gedacht – Was Patienten wirklich hilft“.  Jedenfalls ist der öffentliche Diskurs mit Macht in Gang gekommen – und hält unvermindert an. Darf man die Hoffnung haben, die richtigen Informationen zur Homöopathie wirklich dem Publikum etwas näher gebracht zu haben?

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